Klaus Robatsch

Noch zu wenig – Experte will weitere Raser-Verschärfung

Dem Kuratorium für Verkehrssicherheit geht die Beschlagnahme von Raser-Autos noch nicht weit genug. Jetzt werden neue Verschärfungen gefordert.

Roman Palman
Noch zu wenig – Experte will weitere Raser-Verschärfung
Gegen Raser soll noch härter vorgegangen werden, fordert das KFV. (Symbolbild)
GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Satte 385 Anzeigen gegen Schnellfahrer hatte die Wiener Polizei bei einer Aktion scharf gegen Roadrunner am Wochenende ausgestellt. Gegen zwei Lenker daraus wurde wegen erheblicher Übertretungen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit Entziehungsverfahren der Lenkberechtigungen eingeleitet.

Ein besonders irrwitziger Verkehrsteilnehmer wurde am Samstag mit 161 km/h statt den erlaubten 70 km/h geblitzt. Auch dem Lenker drohen ein Führerscheinentzugsverfahren und eine allfällige Beschlagnahme des Tatfahrzeugs. Das ist seit 1. März durch die 34. Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) möglich. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert jetzt weitere Verschärfungen.

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    Noch strengere Regeln für Raser

    "Die Novelle der Straßenverkehrsordnung war sicher ein Schritt in die richtige Richtung", betont Klaus Robatsch in der "Kleinen Zeitung". Der Leiter der Verkehrssicherheitsforschung des KFV glaubt fest an eine abschreckende Präventivwirkung: "Raser überlegen dann, ob sie zu schnell fahren, wenn neben der Geldstrafe auch das Auto weg ist und man es mühsam zurückfordern muss." In anderen Ländern habe man das bereits beobachten können. 

    Neben der Beschlagnahme-Möglichkeit für Tatautos brachte die StVO-Novelle auch empfindlich Erhöhungen der Geldstrafen – in Summe geht das alles Verkehrsexperte Robatsch nicht weit genug. "Es braucht zum Beispiel ein bundesweit einheitliches Verwaltungsstrafregister, damit eine Geschwindigkeitsübertretung über die Bezirksgrenze hinweg aufscheint", sonst werde es mit der Verfolgung von Wiederholungstätern schwierig.

    Führerschein soll länger weg

    Dazu solle auch der Führerschein schneller und länger abgenommen werden können. Hier sieht er Österreich im internationalen Vergleich hinterherhinken: "Wenn man in Österreich 96 km/h in einer 50er-Zone fährt, ist der Führerschein für einen Monat weg, wenn man in der Schweiz 86 km/h in einer 50er-Zone fährt, ist der Führerschein für drei Monate weg."

    Er fordert deshalb noch einmal deutlich mehr Abschreckung für gemeingefährliche Bleifüße und stellt klar: "Wir reden ja wirklich von Rasen, etwa von der doppelten Geschwindigkeit im Ortsgebiet."

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      Auf den Punkt gebracht

      • Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, betont, dass die Straßenverkehrsordnungsnovelle zwar ein Schritt in die richtige Richtung war, aber noch nicht weit genug geht
      • Er fordert eine bundesweit einheitliche Verwaltungsstrafregister sowie schärfere Strafen und schnellere Führerscheinabnahmen, um Wiederholungstäter effektiver zu verfolgen und zu bestrafen
      • Robatsch bemängelt, dass Österreich im internationalen Vergleich bei der Abschreckung von Rasern hinterherhinkt und mehr Maßnahmen gegen gemeingefährliche Geschwindigkeitsüberschreitungen nötig sind
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