Ärger über neue Boliden

Norris schießt gegen F1: Nur Beifahrer im eigenen Auto

Die Kritik an der neuen Formel 1 wird lauter. Lando Norris beklagt Kontrollverlust im Cockpit, Max Verstappen zweifelt bereits an seiner Zukunft.
Sport Heute
29.03.2026, 21:00
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Weltmeister Lando Norris hat nach dem Japan-GP erneut deutliche Kritik an der aktuellen Formel 1 geübt. Der McLaren-Pilot sieht ein zentrales Problem im Energiemanagement der Hybridantriebe. Die Rennen mögen spektakulär wirken, im Cockpit fühle sich das aber anders an: "Ja, die Rennen sehen im Fernsehen vielleicht toll aus, aber das Fahrerlebnis im Auto ist sicherlich nicht so authentisch, wie es sein müsste."

Im Zentrum seiner Kritik steht der Kontrollverlust der Fahrer. Anhand einer Szene mit Lewis Hamilton erklärt Norris, wie stark die Software eingreift: "Ich wollte Lewis gar nicht überholen. Es ist nur so, dass meine Batterie Energie abgibt, was ich eigentlich gar nicht will, aber ich kann es nicht kontrollieren."

Das führt zu kuriosen Abläufen auf der Strecke. Norris beschreibt: "Also überhole ich ihn, aber dann ist meine Batterie leer, und er rast einfach wieder an mir vorbei." Für ihn widerspricht das dem Wesen des Sports: "Wenn man einfach nur davon abhängig ist, was der Antrieb macht, sollte der Fahrer zumindest die Kontrolle darüber haben und das ist nicht der Fall."

Besonders in schnellen Passagen werde das Problem sichtbar. "Ich muss vom Gas gehen, sonst fahre ich in ihn hinein", schildert Norris. "Und ich darf nicht wieder Gas geben. Denn wenn ich Gas gebe, gibt meine Batterie Energie ab, aber das will ich nicht." Sein Fazit ist klar: "Ich kann nichts dagegen machen."

Damit werde der Fahrer zunehmend zum Mitfahrer im eigenen Auto. "Als Fahrer hat man einfach zu wenig Kontrolle", sagt Norris. "So sollte es einfach nicht sein." Auch im Qualifying sieht er Schwächen, weil Vollgas nicht mehr automatisch schneller bedeutet.

Ähnliche Kritik kommt von Max Verstappen. Der Niederländer geht sogar noch weiter. Der Vierfach-Weltmeister hat nach Suzuka sogar Zweifel an seiner Zukunft geäußert. Er habe "keinen Spaß mehr an der ganzen Sache" und stellt offen die Frage: "Lohnt es sich?"

Auch sportlich beschreibt er dieselbe Problematik. "Hier kannst du zwar überholen, aber dann hast du für die nächste Gerade keinen Akku mehr", sagt Verstappen. "Das war die Geschichte des Tages. Du kannst überholen, aber dann wirst du wieder überholt." Für ihn fühlt sich das nicht mehr wie klassischer Rennsport an: "Und irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will."

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