In Norwegen, wo rund 5,6 Millionen Menschen leben, soll die Post nach den Plänen der Regierung bald nur noch einmal pro Woche kommen. Verkehrs- und Kommunikationsminister Jon-Ivar Nygard erklärte: "Wir bekommen immer weniger Briefe, und immer weniger Zeitungen werden verteilt."
Deshalb soll die Post künftig nur noch wöchentlich zugestellt werden. Zeitungen sollen aber "mindestens" dreimal pro Woche ins Haus flattern.
Wie NTV berichtet, muss das Parlament diesem Vorhaben noch zustimmen. Laut Nygard würde das dem Staat mehr als eine Milliarde Kronen, also rund 85 Millionen Euro, pro Jahr ersparen.
Das staatliche Postunternehmen Posten Bring hat schon 2023 darauf hingewiesen, dass das Briefaufkommen seit der Jahrtausendwende um stolze 80 Prozent gesunken ist. Allein im letzten Jahr waren es noch einmal minus 11,4 Prozent.
Noch radikaler geht man in Dänemark vor: Post Nord wird ab 2026 überhaupt keine Briefe mehr austragen. "Ende des Jahres wird Post Nord den letzten Brief zustellen", gab das Unternehmen schon vor einiger Zeit bekannt. Künftig will sich Post Nord "auf seine Rolle als führender Paket-Zusteller in Dänemark konzentrieren". Von den 4500 Jobs fallen 1500 weg, also genau ein Drittel.
Post Nord berichtete, dass die Zahl der Briefsendungen im vergangenen Jahr um 30 Prozent eingebrochen ist. Dieser Trend werde sich fortsetzen, vor allem weil Post Nord den Vertrag als Universaldienstleister an den Konkurrenten DAO verloren hat. Dänemarks Verkehrsminister Thomas Danielsen beruhigt aber: "Wir können auch weiterhin überall im Land Briefe verschicken und empfangen."
Auch in anderen Ländern geht die Zahl der Briefe zurück. Die Deutsche Post hat deshalb heuer 8000 Stellen gestrichen. In Großbritannien hat die Aufsichtsbehörde Ofcom vorgeschlagen, dass die Royal Mail die Zustellung auf drei bis fünf Tage pro Woche reduziert – das würde hunderte Millionen Pfund einsparen.