Radikaler Bildungskurs

Norwegen verbannt KI aus Volksschulen

Weil die Leistungen der Kinder sinken, greift Norwegens Regierung zu drastischen Maßnahmen und verbannt ChatGPT und Co. aus dem Unterricht.
Technik Heute
21.06.2026, 13:07
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Norwegen galt jahrzehntelang als Vorreiter der digitalen Bildung. Schon in den 1990er-Jahren zogen Computer in die Klassenzimmer ein, ab 2010 ersetzten Tablets wie das iPad klassische Schulbücher und das Schreiben mit der Hand.

Doch jetzt kommt die Kehrtwende: Die norwegische Regierung reagiert auf sinkende Testergebnisse bei Schülern und verbietet den Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz im Unterricht fast vollständig.

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Wie heise.de unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, begründete Premierminister Jonas Gahr Store den radikalen Schritt damit, dass Kinder beim unbedarften Einsatz von KI wichtige Lernschritte einfach überspringen könnten. Das Wichtigste in der Schule sei nach wie vor, dass der Nachwuchs verlässlich Lesen, Schreiben und Rechnen lerne.

Schulbücher statt Tablets

Die strengen neuen Regeln sollen bereits mit dem kommenden Schuljahr in Kraft treten. Zusätzlich kündigte die Regierung ein Gesetz an, das die Anschaffung klassischer Schulbücher finanziell fördert. Damit verabschieden sich die Skandinavier bewusst vom jahrelangen Trend hin zu reinen Tablet-Klassen.

Mit diesem Ansatz geht Norwegen einen kompromisslosen Weg: Statt wie andere Staaten mühsam zu definieren, welche KI-Anwendungen schädlich sein könnten, zieht Oslo eine klare Altersgrenze und überträgt den Schulen die Verantwortung für die Durchsetzung.

Problem: KI läuft überall

Die norwegische Strategie stößt aber an Grenzen. Da generative KI mittlerweile auf praktisch jedem internetfähigen Gerät läuft, endet die Reichweite des Schulverbots am Nachmittag. Um den Jugendschutz auch im privaten Raum durchzusetzen, setzt die Regierung auf verpflichtende Altersüberprüfungen durch die Plattformbetreiber.

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