Nach Video: Notarzt wird jetzt zum Fernseh-Star

Notarzt Christoph Stöbich aus Linz erreicht mit seinem Rettungsgassen-Video jetzt auch die deutschen Medien.
Notarzt Christoph Stöbich aus Linz erreicht mit seinem Rettungsgassen-Video jetzt auch die deutschen Medien.Bild: keine Quellenangabe, Facebook/privat

Großer Erfolg für Notarzt Christoph Stöbich. Nachdem "Heute" über sein Video berichtete, erhielt der 44-Jährige zahlreiche Medienanfragen, ist auch im TV zu sehen.

"Ich habe absolut nicht damit gerechnet, dass mein Video plötzlich so viral geht, immerhin habe ich es ja nur privat gepostet", zeigt sich Christoph Stöbich im Gespräch mit "Heute" überrascht.

Wie berichtet, wurde das Rettungsgassen-Video des erfahrenen Notarztes aus Linz (er arbeitet seit 8 Jahren als Notarzt) fast 150.000 Mal auf Facebook geteilt. Nachdem "Heute" über seinen Clip berichtete, wurden auch andere heimische Medienvertreter auf Stöbich aufmerksam, klopften bei dem 44-Jährigen an und baten um ein Gespräch.

Neben Interviews für österreichische Zeitungen und Radiostationen, fragte auch ein deutscher Fernsehsender an, zeigte Interesse an dem Video. "Seit heute Früh läutet ständig das Telefon", verrät Stöbich "Heute".

Herr Stöbich: Rettungsgasse – Völlig Panne oder doch sinnvoller als Pannenstreifen?

Das kann man so nicht sagen. Eine einheitliche Regelung für die Rettungsgasse wäre sinnvoll. Ich glaube bei Einführung der Rettungsgasse (Anmk. 2012) wurde nicht damit gerechnet, dass diese nicht funktioniert. Es gibt auch Autobahnabschnitte die gar keinen Pannenstreifen haben. Das Problem ist vielmehr, dass seitens der Exekutive nicht gestraft wird. Da kann man aber auch nicht der Polizei die Schuld geben. Es fehlt einfach das Personal, das hier stärker kontrolliert.

Der Notarzt war mit einem Rettungsteam vergangenen Dienstag auf der Westautobahn unterwegs. Ein Herzinfarkt-Patient sollte auf dem schnellsten Weg vom Krankenhaus in Steyr in ein Spital nach Linz überstellt werden. Doch die Helfer saßen auf der Autobahn bei Linz im Stau fest. Ein schwerer Lkw-Unfall hatte zu einer Totalsperre auf der A1 geführt.

Problem-Lenker: Lkw-Fahrer

UND: Die Rettungsgasse funktionierte nicht! Links und rechts an Lkw-Fahrern vorbei versuchte sich Stöbich und sein Team durch die kaum vorhandene Gasse einen Weg zu bahnen. Konsequenz: 30 Minuten Zeitverlust!

In diesem Fall ging alles gerade noch gut aus, für andere Patienten könnte aber eine derartige Verzögerung das Todesurteil bedeuten, weiß Stöbich.

Eingekeilt von Lkw-Fahrern: keine seltene Situation, denn resistent in Sachen Rettungsgasse verhalten sich gerade die Lastkraftfahrer. Die als Berufsfahrer eigentlich umso routinierter auf den Autobahnen agieren sollten. Tatsächlich passiert aber häufig das Gegenteil. Viele Lkw-Lenker fahren einfach zu wenig vorausschauend und vor allem knapp auf.

Und wo die Rettungsgasse funktioniert...

Wenn der Verkehr ins Stocken gerät, da rechtzeitig auszuweichen, ist schwierig. Auch bei der gefilmten Fahrt wird das dem Rettungsteam deutlich vor Augen geführt. Denn als Höhepunkt des Ganzen, reisst ein Lkw dem Rettungsauto beim Vorbeifahren auch noch den Seitenspiegel ab, wie Stöbich gegenüber "Heute" erzählt.

Wo die Rettungsgasse so gar nicht funktioniert? Eben auf der A1, das erlebe er laufend, so der 44-Jährige. Auf kleineren Autobahnen wie zum Beispiel der Linzer Stadtautobahn (A7) hingegen funktioniere es besser.

(cru)

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