Es sollte die Hoffnung für Millionen Herzpatienten werden, doch nun ist der Traum geplatzt.
Der Pharmakonzern Novartis hat die Entwicklung seines neuen Herzmedikaments Pelacarsen gestoppt.
Das gemeinsam mit dem US-Partner Ionis Pharmaceuticals entwickelte Mittel sollte das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich senken. In einer über sechs Jahre laufenden Studie mit mehr als 8.000 Patienten zeigte sich jedoch: Das Medikament konnte schwere Ereignisse nicht verhindern.
Wie n-tv berichtet, senkte die monatlich verabreichte Spritze zwar den Lipoprotein(a)-Spiegel - eine genetisch bedingte Form von Cholesterin. Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden aber nicht verhindert.
Rund 20 Prozent der Weltbevölkerung tragen dieses erbliche Risiko, das durch Ernährung oder Lebensstil kaum beeinflusst werden kann.
"Dies sind nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft haben", sagte Novartis-Medizinchef Shreeram Aradhye. Analysten hatten dem Medikament einen Jahresumsatz von bis zu sechs Milliarden Dollar zugetraut.
Die Nachricht schlug auch an der Börse ein: Die Novartis-Aktie fiel im frühen Handel um 3,3 Prozent.
Die Papiere des Partners Ionis brachen sogar um zwölf Prozent ein. Auch Konkurrenten wie Amgen und Eli Lilly, die an ähnlichen Wirkstoffen arbeiten, gerieten unter Druck.
Für Novartis ist der Fehlschlag ein Dämpfer bei den Bemühungen, seine Medikamenten-Pipeline aufzufrischen. Der Konzern muss den Ablauf von Patenten für wichtige Umsatzbringer wie das Herzmedikament Entresto verkraften.