Fisch steht in vielen Haushalten regelmäßig auf dem Speiseplan. Doch wer beim Einkauf auch an die Umwelt denken will, hat es nicht leicht. Überfischte Bestände, problematischer Beifang und zerstörte Meeresböden machen die Wahl an der Fischtheke komplizierter denn je.
Orientierung bietet die aktualisierte "Guter Fisch"-Liste. Sie wurde von den deutschen Verbraucherzentralen gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe, dem NABU, dem WWF und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung erarbeitet und gilt bis Dezember 2026.
Wie chip.de berichtet, umfasst die Liste aktuell nur 13 Fischarten plus Miesmuscheln. Damit ist sie zwar erstmals etwas länger als im Vorjahr, die Auswahl bleibt aber sehr überschaubar. Entscheidend ist dabei immer die Kombination aus Fischart, Fanggebiet und Fangmethode.
Auf der Liste stehen unter anderem Plattfische wie Flunder, Scholle und Kliesche aus der Ostsee - allerdings nur, wenn sie mit Reusen oder Fallen gefangen wurden. Hering aus dem Golf von Riga gilt ebenfalls als empfehlenswert, nachdem dort die Fangquoten gesenkt wurden. In der Nordsee hingegen ist Hering teils so stark überfischt, dass er nicht mehr empfohlen wird.
Gute Nachrichten gibt es für Lachsliebhaber: Ketalachs und Rotlachs aus Alaska sind nach einer Bestandserholung wieder auf der Liste gelandet. Auch Seelachs aus der Barentssee, Schellfisch aus der Nordsee sowie Weißer Thun und Echter Bonito werden empfohlen - jeweils nur bei schonenden Fangmethoden wie Handleinen oder Schleppangeln.
Ganz verzichten sollte man hingegen auf Aal, Seezunge und Nordseekrabben. Auch beim beliebten Supermarkt-Lachs aus norwegischer Aquakultur ist Vorsicht geboten, da dort häufig Antibiotika zum Einsatz kommen.
Bei unverarbeitetem Fisch und Tiefkühlware sind Artenname, Fanggebiet und Fangmethode Pflichtangaben auf dem Etikett. Fehlen diese Informationen, solltest du nachfragen oder das Produkt lieber liegen lassen. Vage Formulierungen wie "aus dem Nordostatlantik" ohne genaue Gebietsangabe sind ein Warnsignal.
Auch Siegel wie das MSC-Zertifikat bieten nur bedingte Orientierung. Sie bilden die Lage der Fischbestände nur eingeschränkt ab. Die Experten raten deshalb, immer die aktuelle Ausgabe der "Guter Fisch"-Liste heranzuziehen - denn Bestände können sich innerhalb weniger Jahre drastisch verändern.