Die Zahl sorgt für Aufsehen: Nur 2,3 Prozent jener Werke, die zwischen 1920 und 2026 bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurden und heuer noch werden, stammen von Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt das Interuniversitäre Forschungsnetzwerk Elfriede Jelineks.
Warum Frauen im Programm des Festivals an der Salzach derart selten vertreten sind, soll nun bei einer Veranstaltung gemeinsam mit der Universität Salzburg und der Universität Mozarteum diskutiert werden.
Dabei geht es nicht nur um einzelne Produktionen. Im Mittelpunkt stehen grundsätzliche Fragen: Wie entsteht ein kultureller Kanon? Wer entscheidet über Programme? Welche Rolle spielen Machtverhältnisse und kulturpolitische Rahmenbedingungen?
Am 15. August beginnen die Gesprächsrunden mit dem Komponisten Johannes Maria Staud und der Regisseurin Amélie Niermeyer. Sie beschäftigen sich mit grundsätzlichen Fragen und der Vergangenheit der Festspiele.
Am Nachmittag dreht sich dann alles um "Elfriede Jelinek und die Salzburger Festspiele". Brigitte Landes und Jossi Wieler melden sich mit Video-Statements zu Wort. Christa Gürtler, Margarete Lamb-Faffelberger und die langjährige Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler erinnern sich dabei auch an frühere Konflikte und Skandale.
Am 16. August richtet sich der Blick nach vorne: Diskutiert werden die Zukunft der Festspiele und mögliche neue Wege. Mit dabei sind unter anderem Wiener-Festwochen-Chef Milo Rau, Galerist Thaddaeus Ropac und Christian Kircher. Der frühere Geschäftsführer der Bundestheater-Holding ist mittlerweile Mitglied der Findungskommission für die nächste Festspiel-Leitung.
Am Nachmittag geht es in Hallein weiter. Im Rahmen eines "Prologs" zur Uraufführung spricht Regisseur Nicolas Stemann über seine Annäherung an Elfriede Jelinek. Außerdem diskutieren die Journalistin Margarete Affenzeller, die Leiterin des Reinhardt-Seminars Alexandra Althoff und Autorin Julya Rabinowich über Festspielprogramme und die Präsenz von Frauen.