Nur deshalb ist Dackel "Motte" wieder im Körbchen...

©TSV-Hundesuche, iStock, Bildmontage Heute
Wenn ein Haustier entwischt gibt es mehrere Organisation an die man sich wenden kann. Der "TSV-Hundesuche" ist eine davon und rettete Dackel "Motte".

Ein Monat lang war Rauhaardackel "Motte" auf Freiersfüßen in Wien unterwegs ("Heute" berichtete). Trotz mehrerer Sichtungen blieben alle Lock- und Einfangversuche bei der klugen Dackeline erfolglos, bis sich die ehrenamtliche Organisation "TSV-Hundesuche" unter der Leitung von Jeanine Strassner einschaltete. Wir trafen die unermüdliche Tierschützerin zum Interview und plauderten ein bisschen:

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"Heute": Liebe Jaenine, erzählen Sie ein bisschen über den Verein.

Strassner: Der Verein wurde im März 2018 gegründet. Davor waren wir „vereinslos“ unterwegs und haben alles privat finanziert, was aber auf Dauer einfach nicht mehr möglich war. Angefangen haben wir mit der Sicherung von Hunden, mittlerweile werden wir aber wegen (verletzten) Wildtieren auch ständig angerufen und machen das natürlich auch sehr, sehr gerne. Natürlich in Absprache mit Jägern und Behörden.

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Ist Ihnen selbst einmal ein Tier entwischt?

Nein, zum Glück noch nicht und ich hoffe es passiert mir nie. Ich würde vermutlich in meiner Panik alles falsch machen.

Die TSV-Hundesuche hilft bei der Suche und Sicherung von entlaufenen, vermissten Hunden in den Bezirken Korneuburg, Hollabrunn, Horn (Niederösterreich) und mittlerweile auch in angrenzenden Bezirken Wiens. Ebenfalls sichern sie Streuner, ausgesetzte Hunde und gelegentlich andere Tiere.

Wie viele Hunde haben sie bisher sichern können?

Seit Vereinsgründung waren es 99 Hunde - "Motte" war der 99te -  die wir selbst gesichert haben. Angefangen von Hunden, die uns freudestrahlend entgegengelaufen sind, bis hin zu Fällen, die mehrere Monate dauerten. Aber natürlich auch Schwäne, Enten, Hasen, Kaninchen und Katzen.

"Verlieren" die Österreicher mehr Katzen oder Hunde?

Hauptsächlich Hunde. Katzen entlaufen oft, viele kommen aber alleine wieder heim.

Haben Sie hier ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass besonders noch "fremde" Tiere aus dem Auslandstierschutz betroffen sind, weil die Leute zu wenig darüber aufgeklärt werden, wie ein Hund gesichert werden sollte (Doppelsicherung, No-Exit Brustgeschirr etc.)?

Ja, es sind sehr sehr viele Hunde aus dem Ausland. Es wird viel zu wenig kontrolliert, wo der Hund hinkommt und wie die dortigen Gegebenheiten sind (Zaunhöhe, Zaundichte, etc) und viel zu wenig beraten, was doppelte Sicherung betrifft. Auch werden die Leute nicht ehrlich darüber aufgeklärt, wie lange es dauern kann bis so ein ängstlicher Hund auftaut und wirklich Vertrauen fasst. Es ist immer noch dieser „der Hund muss doch dankbar sein, weil ich ihn gerettet habe“ - Gedanke, der Leute unachtsam werden lässt.

Zu ihrer Ausrüstung gehören einige Lebendfallen in verschiedenen Größen, Fangzwinger, diverse Kameras und Fallenalarme, Fangstöcke, Chiplesegeräte und Netze.

Gibt es sogenannte "Wiederholungstäter"? Suchen sie manche Tiere auch zwei- oder dreimal?

Ja, es gibt ein paar Hunde die immer wieder ausbüchsen, meist Strawanzer in der Nähe, die aber einfach zu sichern sind, weil sie uns eh schon kennen.

Wird ihr Verein durch Spenden finanziert?

Wir finanzieren uns nur aus freiwilligen Spenden. Auf Messen und Weihnachtsmärkten stehen wir auch, so oft es geht.

Falls du diesen Verein unterstützen möchtest:

TSV Hundesuche

Spendenkonto

IBAN: AT76 1200 0100 2745 2472

BIC: BKAUATWW

PayPal: tsv.hundesuche@gmail.com

Wie vereinen Sie diese ehrenamtliche aber Vollzeit-Aufgabe mit ihrem Alltag als berufstätige Mama?

Manchmal ist es sehr schwierig, gerade bei langwierigen Fällen, aber irgendwie klappt es immer. Meine Tochter wächst damit auf und ist oft auch mit, ansonsten habe ich einen sehr tollen Partner und einen sehr toleranten Chef, der mich öfter mal früher gehen lässt, wenn irgendwo ein Tier zu fangen ist. Man muss allerdings manchmal mit wenig Schlaf auskommen.

Was war ihr spektakulärster Fall bisher? Welcher Fall wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben?

"Sky" -  ein Hund, der im Mai 2019 in Unterzögersdorf entlaufen war, wird uns allen ewig in Erinnerung bleiben. Er wurde zweimal von einem Auto angefahren, von einem Jäger angeschossen und verschwand dann für über sechs Monate komplett von der Bildfläche. Oft haben wir an ihn gedacht, aber nie wieder eine Sichtung bekommen. Dann tauchte er im Jänner 2020 in Krems wieder auf und konnte nach 3 Tagen gesichert werden.

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