Nur jeder zehnte Bewerber darf Medizin studieren

Auch dieses Jahr werden sich wieder tausende Bewerber beim Eignungstest-Medizin (MedAT) einfinden.
Auch dieses Jahr werden sich wieder tausende Bewerber beim Eignungstest-Medizin (MedAT) einfinden.Bild: zVg

Studienplätze in Medizin sind nach wie vor heiß begehrt. Auch dieses Jahr werden sich wieder rund 16.000 Bewerber um nur 1.680 Studienplätze rittern.

Der Studentenandrang an Österreichs medizinischen Fakultäten ist nach wie vor ungebrochen. 2018 meldeten sich wieder 15.880 Interessenten für die Eignungstests in Medizin an, das sind nur geringfügig weniger als sich noch im Vorjahr beworben hatten (15.991). Leicht zugenommen hat die Zahl der Studienplätze im heiß begehrten Uni-Fach Medizin: waren es im Vorjahr noch 1.620 Plätze, so sind es 2018 immerhin um 60 Plätze mehr, die bei den bald stattfindenden Eignungstests vergeben werden können. Dieser Platzzuwachs ist aber ausschließlich auf die Linzer Medizin-Fakultät zurückzuführen, die in diesem Jahr 180 angehende Ärzte aufnehmen wird, das sind eben genau um 60 Plätze mehr, als noch im Vorjahr in Linz zur Verfügung gestellt wurden.

Regionale Unterschiede werden größer

Wer jetzt glaubt, dass er in Linz besonders gute Chancen auf einen Medizin-Studienplatz hat, der wird leider enttäuscht werden. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Parallel zu den Studienplätzen stieg nämlich auch die Anzahl der Bewerber, die in der oberösterreichischen Landeshauptstadt studieren möchte. Bewarben sich im Vorjahr noch 932 Personen in Linz, sind es in diesem Jahr bereits 1.694. Damit sind aber die relativen Chancen einen Studienplatz in Linz zu ergattern, im Vergleich zum Vorjahr, deutlich gesunken. In Wien und Graz hingegen sanken die Bewerberzahlen etwas, während die Studienplätze gleich blieben. Dort können Interessiert jetzt tatsächlich auf etwas bessere Chancen auf einen der heiß begehrten Studienplätze hoffen.

Medizin-Studium vor allem bei Frauen beliebt

Auffallend stark ist auch der Geschlechter-Unterschied bei den Bewerbungen. In Wien bewarben sich 2017 beispielsweise 7.451 Personen insgesamt, davon waren 4.604 weiblich. Ähnliche Geschlechterverhältnisse zeigen sich auch bei den Bewerbern in Innsbruck (3.766 Anmeldungen 2018, davon sind 2.340 Frauen) und in Graz (2.969, 1.798 davon weiblich).

110 Euro kostet der 9-stündige Test mit ungewissen Ausgang

Erschwerend kommt für heimische Bewerber noch hinzu, dass 20% der Studienplätze fix an Kandidaten aus dem EU-Ausland vergeben werden, noch einmal 5% gehen an Bewerber aus nicht europäischen Drittstaaten. Außerdem ist für den MedAT auch etwas zu bezahlen: 110 Euro kostet die Teilnahme am Test, den die meisten dann nicht schaffen werden. Wegen des großen Andrangs können die Tests nicht an den Universitäten selbst abgehalten werden, stattdessen wird in großräumige Quartiere, wie etwa die Messe Wien, ausgewichen, was natürlich auch Geld kostet. Bis zu neun Stunden (inklusive Pausen) dauert der Mammut-Test, indem neben dem schulischen Vorwissen auch kognitive Fähigkeiten abgetestet werden sollen.

Für dieses Jahr ist die Anmeldefrist bereits abgelaufen, interessierte Personen können sich auf https://www.medizinstudieren.at/ über den Test im Jahr 2019 informieren, die Anmeldung ist allerdings im Moment noch nicht freigeschaltet. (mat)

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