Nur wenige Klicks für 500 Euro – doch kaum einer tut es

Wer sich selbst um den Steuerausgleich kümmert, holt sich im Schnitt 437 Euro mehr raus.
Wer sich selbst um den Steuerausgleich kümmert, holt sich im Schnitt 437 Euro mehr raus.Getty Images/iStockphoto
Die Chance ist groß, dass du zu jenen 1,8 Millionen Österreichern gehörst, die Jahr für Jahr einfach Hunderte Euro herschenken, ohne dass du es weißt.

Mit nur wenigen Klicks im Internet zu fast 500 Euro mehr pro Jahr? Und das alles ist in wenigen Minuten erledigt? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, stimmt aber wirklich. Und obwohl es diese Möglichkeit gibt, nutzen sie rund 1,8 Millionen Österreicher einfach nicht und schenken die Hunderte Euro einfach her. Oder genauer gesagt dem Staat. Konkret geht es im die Arbeitnehmerveranlagung, umgangssprachlich auch "Steuerausgleich" genannt. Diese kann manuell eingereicht werden oder aber man wartet die automatische Abrechnung ab. Letztere bringt im Schnitt aber um einiges weniger Geld.

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Die Gründe, warum sich die Österreicher gegen die Arbeitnehmerveranlagung sträuben, dürften vielfältig sein – man will sich nicht mit der trockenen Materie beschäftigen, man hat Angst vor Fehlern oder man redet sich einfach ein, dass es eh nichts bringt. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Nie war es einfacher und schneller, den Steuerausgleich einzureichen, nie gab es so viele digitale Helferlein dafür – und nie gab es mehr Geld zurück. Wie aus Zahlen des Finanzsamts ablesbar ist, bekommen jene Bürger, die die automatische Abrechnung abwarten, im Schnitt rund 277 Euro ausgezahlt.

437 Euro mehr bei manuellem Antrag

Wer sich dagegen ein paar Minuten hinsetzt, den Antrag manuell eingibt und seine Finanzpositionen durchgeht, staubt im Schnitt 714 Euro ab – 437 Euro mehr als beim automatischen Ausgleich, die man sonst einfach dem Staat schenkt, berichtet "finanz.at". Die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2022 lässt sich simpel über das Portal FinanzOnline durchführen – sobald die Jahres-Gehaltsabrechnung deines Arbeitgebers vorliegt, was spätestens Ende Februar 2023 erledigt sein muss. Angst, etwas falsch zu machen oder vor einer Daten-Flut musst du dabei keinesfalls haben.

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Zu viel bezahlte Lohnsteuer oder Sozialversicherungserstattungsbeträge werden auch im manuellen Antrag automatisch berücksichtigt, darum musst du dich nicht kümmern. Anders als beim automatischen Antrag, der sogenannten "antragslosen Arbeitnehmerveranlagung", können beim manuellen Steuerausgleich aber "besondere Ausgaben" wie Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Absetzbeträge geltend gemacht werden. Diese "besonderen Ausgaben" kannst du recht leicht kontrollieren, etwa über einen Kontoauszug für das Gesamtjahr 2022 – und entsprechend ins Formular einfügen.

Apps helfen beim Steuerausgleich

Wenn du dich nun ärgerst, dass du bei der Arbeitnehmerveranlagung die letzten Jahre Hunderte Euro hast liegen lassen, dann haben wir eine gute Nachricht: Du kannst die Steuererklärung für die letzten fünf Jahre nachholen, auch wenn du bereits eine antragslose Veranlagung erhalten hast. Und: Bist du trotz der Übersichtlichkeit in FinanzOnline von der Sache überfordert, gibt es mittlerweile spezielle Apps, die dir die Steuererklärung noch weiter vereinfachen. Die App Taxefy etwa verspricht, dass die Steuererklärung in weniger als acht Minuten erledigt ist und im Schnitt sogar 748 Euro herausschauen.

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