Seit ihrer Studienzeit sind sie eng befreundet, als Kult-Duo des legendären "Frühstyxradios" des Radiosenders ffn schrieben sie in den 1990er-Jahren deutsche Comedy-Geschichte. Mit Formaten wie "Kalkofes Mattscheibe", "SchleFaZ", der "heute-show" oder den "Wixxer"-Filmen wurden Oliver Kalkofe und Oliver Welke zu Publikumslieblingen.
Seit mittlerweile drei Jahren begeistern sie zudem mit ihrem Podcast "Kalk & Welk – die fabelhaften Boomer-Boys", in dem sie Woche für Woche (immer montags in ARD Sounds) aktuelle Ereignisse und kuriose Geschichten kommentieren.
Genau eine solche sorgte nun bei den Hörern für ungläubiges Staunen. Kalkofe erzählte von einer Polizeikontrolle seiner Frau Conny in Berlin, die eigentlich völlig unspektakulär begonnen hatte. Denn sie wollte nur ihre Mutter zum Bahnhof bringen, als sie plötzlich von einer Streife angehalten wurde.
"Plötzlich ist die Polizei dahinter und zeigt an, dass sie stoppen soll", schilderte Kalkofe im Podcast. Die Beamten hätten seiner Frau erklärt, sie sei zwar ordnungsgemäß links abgebogen und habe auch zuvor geblinkt – allerdings angeblich zu selten. Laut den Polizisten hätte sie drei Mal blinken müssen, statt lediglich zwei Mal.
Selbst Podcast-Partner Welke konnte die Geschichte kaum glauben. "Das ist nicht dein Ernst. Wie oft blinken denn Leute gar nicht?", reagierte er fassungslos. Auch Conny habe zunächst gedacht, es handle sich um einen Scherz, so Kalkofe. Die Beamten hätten jedoch erklärt, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handle.
Doch damit war die Kontrolle noch nicht vorbei. Nachdem Kalkofes Frau Führerschein und Fahrzeugpapiere vorgelegt hatte, nahmen die Beamten auch die Zulassungsbescheinigung genauer unter die Lupe. Diese befand sich aus Sicherheitsgründen lediglich als farbige A4-Kopie im Handschuhfach.
Laut Kalkofe hätten die Polizisten daraufhin erklärt: "Oh, jetzt haben wir ein richtiges Problem." Die Farbkopie könne als versuchte Urkundenfälschung gewertet werden. Erkennbar wäre eine Kopie ihrer Ansicht nach nur dann gewesen, wenn sie schwarz-weiß gewesen wäre oder deutlich mit dem Vermerk "Kopie" versehen worden wäre.
Die Folge: Entweder eine Anzeige – "oder zehn Euro". Seine Frau habe sich schließlich für die Zahlung entschieden und die Fahrt fortgesetzt.
In den sozialen Medien und den Kommentaren zum Podcast sorgte die Schilderung für reichlich Diskussionen. Viele Hörer konnten kaum glauben, dass eine derartig absurde Kontrolle tatsächlich stattgefunden haben soll und äußerten ihr Unverständnis über die ungewöhnlichen Vorwürfe.
Ein Blick in die deutsche Straßenverkehrsordnung zeigt tatsächlich: Eine konkrete Anzahl von Blinksignalen ist dort nicht festgelegt. Laut § 9 Abs. 1 StVO müssen Abbiegevorgänge lediglich "rechtzeitig und deutlich" angekündigt werden.
Kalkofe selbst ruderte später etwas zurück und zeigte Verständnis für die Diskussion. Viele Hörer hätten ihm geschrieben, welche Punkte tatsächlich rechtlich relevant seien. "Man müsse rechtzeitig blinken, um den Verkehr aufmerksam zu machen – also es gibt sehr wohl, dass dies eine Ordnungswidrigkeit wäre, und man müsse das Original [der Fahrzeugpapiere, Anm.] eigentlich mitführen. Sie hatten nicht komplett unrecht", räumte der Entertainer schließlich ein.
Damit wollte er die Angelegenheit jedoch auch auf sich beruhen lassen – und plauderte lieber über den 70. Geburtstag des "Bravo"-Magazins. Humorvoll, aber polizeilich vollumfänglich irrelevant.