Für Eltern steht die Sicherheit ihrer Kinder an erster Stelle. Umso alarmierender ist das Ergebnis des aktuellen Kindersitz-Tests von ÖAMTC und seinen Partnerorganisationen.
Ein Modell fiel beim Frontalcrash komplett durch und wird vom Hersteller bereits zurückgerufen.
Insgesamt wurden 16 aktuelle Kindersitze in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt und Umweltverträglichkeit auf Herz und Nieren geprüft.
Das Ergebnis fällt gemischt aus: Drei Sitze erhielten die Note "gut", zehn Modelle wurden mit "befriedigend" bewertet, zwei schafften nur ein "genügend". Ein Sitz rasselte sogar mit "nicht genügend" durch.
Besonders schwer wiegt das Ergebnis beim Modell Kinderkraft Mink Pro 2 in Kombination mit der Isofix-Basis Mink FX2. Beim Frontalaufprall löste sich die Babyschale von der Basis und wurde durch das Fahrzeug geschleudert.
"Beim Frontalcrash löste sich die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 von ihrer Isofix-Basis Mink FX2 und wurde durch das Fahrzeug geschleudert", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.
Der Hersteller reagierte rasch und bietet betroffenen Kunden seit April die Rückgabe oder einen Umtausch des Produkts an.
Wichtig: Die Babyschale selbst schnitt ohne Isofix-Basis – also bei Sicherung mit dem Fahrzeuggurt – deutlich besser ab und erhielt die Bewertung "befriedigend". Alle Detailergebnisse findest du auf der Homepage des ÖAMTC.
Trotz des Ausreißers zeigt der Test auch erfreuliche Ergebnisse. Drei Modelle konnten die Tester überzeugen und erhielten ein "gut". Darunter befinden sich die höherpreisigen Modelle Cybex Sirona Ti und Cybex Pallas G3, aber auch ein überraschend günstiger Kandidat.
"Bei den mit ,gut' beurteilten Testsiegern ist neben den mittel- bis höherpreisigen Modellen Sirona Ti und Pallas G3 von Cybex mit dem Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size auch ein sehr günstiger Testkandidat zu finden", sagt Kerbl.
Zwei Sitze verpassten eine bessere Bewertung nur knapp. Beim Lionelo Lavender i-Size kritisierten die Experten ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei Front- und Seitenaufprall. Das Konzept des besonders langen Nutzungszeitraums sei zwar interessant, gehe aber zulasten der Sicherheit.
Auch der deutlich teurere Axkid Minikid 4 Pro konnte nicht voll überzeugen. Zwar gab es kaum Beanstandungen bei der Crashsicherheit, dafür bereitete der komplizierte und fehleranfällige Einbau Probleme.
Erfreulich entwickelte sich ein Bereich, der in früheren Tests immer wieder Kritik ausgelöst hatte: Schadstoffe und Umweltverträglichkeit.
"Durchgehend positive Ergebnisse haben wir vor allem in Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Schadstoffe – das war nicht immer so und ist durchaus eine positive Überraschung", betont Kerbl.
Die Experten erinnern außerdem daran, dass selbst der beste Kindersitz nur dann optimal schützt, wenn er korrekt eingebaut wird. Schon kleine Bedienungsfehler können die Schutzwirkung erheblich beeinträchtigen.
Der ÖAMTC empfiehlt daher, sich bereits beim Kauf intensiv mit der Montage vertraut zu machen und sowohl die Anleitung des Kindersitzes als auch das Fahrzeughandbuch genau zu beachten. Denn im Ernstfall können wenige Handgriffe über die Sicherheit des Kindes entscheiden.