Politik

Ö verurteilt Massaker an Armeniern als Völkermord

Heute Redaktion
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Im Ersten Weltkrieg sind 1,5 Millionen Armenier im damaligen Osmanischen Reich deportiert oder ermordet worden. Bisher haben rund zwanzig Staaten das Massaker als Genozid verurteilt. Jetzt hat sich auch Österreich angeschlossen.

Anlässlich des 100. Jahrestags der ersten Verbrechen haben sich alle sechs Parlamentsparteien auf einen Text geeinigt. Darin wird der Massenmord an den Armeniern zwischen 1915 und 1918 erstmals offiziell als Völkermord verurteilt. Außerdem wird Österreich eine historische Verantwortung zugeordnet, weil die Monarchie mit dem Osmanischen Reich verbündet war.

Weiters heißt es in der Erklärung, dass es Österreichs Pflicht ist, die Geschehnisse als Genozid zu verurteilen, genauso wie es die Pflicht der Türkei sei, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Papier soll bei der Nationalratssitzung am Mittwoch präsentiert werden.

Für die Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag reisen allerdings weder Bundespräsident Heinz Fischer noch Bundeskanzler Werner Faymann oder Außenminister Sebastian Kurz in die armenische Hauptstadt Eriwan. Österreich schickt nur einen Botschafter.
Zuletzt hatte Papst Franziskus die Ereignisse als ersten Genozid des zwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet. Der Nachfolgestaat, die Türkei, reagierte mit Empörung.

Ankara verweigert eine Anerkennung als Völkermord oder Kriegsverbrechen. Man fürchtet allfällige Entschädigungsforderungen.

Das EU-Parlament hat vorige Woche die Türkei aufgefordert, den Völkermord anzuerkennen, was Ankara aber abgelehnt hat.