Diese Woche werden wir in Wien daran erinnert, worin wir uns alle ein bisschen mehr üben sollten: in Geduld. Straßensperren, reichlich Verkehr, überall Menschen, Gewusel auf Straßen und in Lokalen. Der Song Contest ist in der Stadt.
Statt das Fest der Musik und Toleranz zu feiern und sich über ein bisschen frischen Wind aus aller Herren Länder zu freuen, hat bei vielen nun das Raunzen wieder Hochkonjunktur. Oder es ist einfach lauter als sonst. Statt sich auf die Freude zu konzentrieren, rückt das Fehlende in den Fokus.
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Mit einem defizitären Blick aufs Leben wird dieses auch gleich unnötig schwer. Es entstehen Probleme, die es gar nicht geben müsste. Du beschwerst dich ständig, ärgert sich R. über seine Frau. Gezeter statt Genuss, alles scheint sie aufzuregen. Einen eigenen Anteil an ihrem Frust sieht er nicht. Gerne verliert man aus den Augen, was man alles hat, wofür man dankbar sein kann. In einer friedlichen, lebenswerten und sicheren Stadt zu wohnen, in der man den ESC austragen kann. Oder einen Partner zu haben, der vielleicht manchmal nervt, aber da ist, wenn das Leben einem echte Probleme vor die Füße wirft. Bis es wieder besser wird und bergauf geht, ist sie dann wieder gefragt: die Geduld.