Oberärztin: "Werden Patienten nicht behandeln können"

Eine Krankenschwester kümmert sich um einen Patienten auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Niederösterreich
Eine Krankenschwester kümmert sich um einen Patienten auf der Intensivstation eines Krankenhauses in NiederösterreichHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
"Wir haben ein Problem", berichtet die Oberärztin Ciresa-König. Denn schon jetzt müssen viele Operationen in den Spitälern verschoben werden.

Die Anzahl der Normalbetten in Österreichs Krankenhäusern sinkt stetig. Auch, weil immer mehr zu Covid-Stationen umgewandelt werden müssen. Eine dramatische Prognose zieht Alexandra Ciresa-König, Oberärztin auf der Frauenklinik in Innsbruck. "Wir werden Patienten nicht behandeln können", sagt sie im Ö1 Morgenjournal.

"Wir haben ein Problem", berichtet die Oberärztin über die Lage in den Krankenhäusern Tirols. Aus diesem Grund gab es sogar bereits einen Video-Appell des Personals aller Spitäler. Die Lage spitzt sich aufgrund der hohen Zahl an Neuinfektionen weiter zu, denn wenn Covid-Patienten hospitalisiert werden müssen, dann meistens erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung. Was dann?

"Helft's uns"

Ciresa-König gibt die Forderungen der Krankenhäuser wieder und ruft zu einem nationalen Schulterschluss auf. Jeder müsse mithelfen, um diese Situation überstehen zu können. Schließlich ist es im Interesse aller, im Notfall behandelt werden zu können. "Wir werden die Pandemie überstehen, die Frage ist; wie?"

Die Kapazität für Operationen ist durch den höheren Aufwand aktuell um ein Drittel geringer. Schon jetzt muss man Operationen verschieben. Dazu muss allerdings jede Krankheitsgeschichte individuell betrachtet und beurteilt werden, ob sich eine Gefährdung ergeben könnte.

"Viele Operationen kann man nicht verschieben"

Ein weiteres Problem ist allerdings: "Viele Operationen kann man nicht verschieben". Denn Schwerstkranken gelte es immer vorrangig zu behandeln. Sollte sich weiterhin nichts ändern und sich die Bevölkerung nicht an die Maßnahmen halten, könnte es knapp werden, was die Kapazitäten betrifft. "Wir werden Patienten nicht behandeln können", so die Oberärztin.

Bundesweit liegt die Auslastung der Intensivstationen bei 27,4 Prozent. Knapp wird es allerdings bereits in Oberösterreich mit 46,5 und Vorarlberg mit 74,5 Prozent. Durch die über 9.000 täglichen Neuinfektionen diese Woche und den verzögerten Eintritt schwerer Symptome drohen solche Werte allerdings auch in den anderen Bundesländern.

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