Das Rosenheimer Herbstfest lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher aus Tirol nach Bayern. Am Samstag sorgte der große Andrang allerdings schon bei der Anreise für Probleme. Ein Railjet Richtung München war laut "Tiroler Tageszeitung" am Nachmittag derart voll, dass er nicht wie geplant um 14.42 Uhr abfahren konnte.
Der Zugbegleiter musste reagieren. Aus Sicherheitsgründen wurden Fahrgäste gebeten, den Railjet zu verlassen und auf eine andere Verbindung auszuweichen. Doch die ÖBB versuchten, den unfreiwilligen Umstieg zumindest etwas schmackhafter zu machen.
Wer den überfüllten Railjet verließ, bekam laut "TT" einen Getränkegutschein im Wert von 12 Euro. Den ÖBB zufolge ist ein solches Vorgehen bei entsprechenden Situationen durchaus üblich. Fahrgäste mit einem reservierten Sitzplatz durften im Zug bleiben.
Für die ausgestiegenen Reisenden ging es schließlich mit einem Regionalzug weiter. Der Railjet selbst konnte erst mit einer ordentlichen Verspätung losfahren: 51 Minuten nach der ursprünglich geplanten Abfahrt setzte er seine Fahrt Richtung München fort.
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Gerade zu Ferienbeginn, an Feiertagen und besonders reisestarken Wochenenden waren Fernverkehrszüge in der Vergangenheit immer wieder so stark ausgelastet, dass es zu Einschränkungen kam. Teilweise mussten überfüllte Züge sogar geräumt werden, weil eine sichere Weiterfahrt nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Das Problem: Ein gültiges Ticket bedeutet im offenen Zugsystem nicht automatisch, dass in einem bestimmten Fernverkehrszug auch tatsächlich genügend Kapazität vorhanden ist. Wird es zu voll, kann die Sicherheit Vorrang haben.
Die ÖBB weisen deshalb bei stark ausgelasteten Verbindungen in der Fahrgastinformation immer wieder auf Reservierungen hin. Wer seine Mitfahrt in einem bestimmten Fernverkehrszug absichern will, sollte einen Sitzplatz reservieren.
Besonders bei Fernreisen am Wochenende, rund um Feiertage oder während der Ferien solltest Du Dich deshalb unbedingt schon vor der Abfahrt über die erwartete Auslastung informieren und nach Möglichkeit reservieren. Das kann im Extremfall den Unterschied machen, ob die Reise im gewünschten Zug weitergeht oder schon am Bahnsteig eine ungeplante Pause beginnt.