41 Fahrgäste mussten am Dienstagabend, dem 8. September, plötzlich raus aus dem Zug: Ein Oberleitungsschaden brachte eine Garnitur der Franz-Josefs-Bahn auf offener Strecke zum Stillstand. Die Passagiere wurden an jenem Abend von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht – "Heute" berichtete.
Erst im Juli hatte es einen noch größeren Zwischenfall gegeben. Damals mussten rund 500 Menschen aus einem defekten Railjet in Prinzersdorf im Bezirk St. Pölten evakuiert werden, berichtet "ORF NÖ".
Hinter den gehäuften Problemen könnte auch das Wetter stecken. Die ÖBB bestätigen gegenüber "ORF NÖ", dass hohe Temperaturen die Bahninfrastruktur stärker beanspruchen können. Das Oberleitungssystem ist grundsätzlich für Umgebungstemperaturen von minus 30 bis plus 40 Grad ausgelegt. Dazu kommt noch die Erwärmung durch den Strombetrieb.
Gerade an besonders heißen Tagen wird es damit kritisch. "Durch die hohen Umgebungstemperaturen wird jedoch die Grenztemperatur öfter erreicht", heißt es von den ÖBB. Besonders der starke Unterschied zwischen kühleren Nächten und heißen Tagen setzt dem Material zu. Leitungen und andere Bauteile dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen.
Das kann über Jahre Spuren hinterlassen. Laut ÖBB können dadurch Ermüdungsbrüche an einzelnen Teilen entstehen. Regelmäßige Kontrollen und Wartungen sollen Probleme verhindern, doch nicht jeder Schaden kündigt sich rechtzeitig an.
Die Bahn geht deshalb davon aus, dass die derzeitigen Hitzewellen zur erhöhten Zahl an Oberleitungsstörungen beitragen. Ganz verhindern lassen sich solche Defekte trotz laufender Überprüfungen offenbar nicht.
Für Fahrgäste bedeutet der Hitze-Stress auf der Schiene vor allem eines: Auch ein sonniger Sommertag kann plötzlich mit einer ungeplanten Zugpause enden.