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ÖFB-Doppelpacker Schaub hat genug von "Joker"-Rolle

Louis Schaub war der herausragende Mann beim 4:2-Erfolg des ÖFB-Teams in der WM-Qualifikation gegen Israel. Der Edel-"Joker" will von Beginn an ran. 

Heute Redaktion
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Louis Schaub will kein Edel-"Joker" sein.
Louis Schaub will kein Edel-"Joker" sein.
Gepa

Im vorletzten Heimspiel der WM-Qualifikation war Israel durch Nir Bottn (32.) und Dor Peretz (58.) zweimal in Front gegangen, Marko Arnautovic war in der 51. Minute der zwischenzeitliche Ausgleich per Elfmeter gelungen. Erst mit der Schaub-Hereinnahme drehte sich das Spiel komplett, kam die ÖFB-Elf auf die Siegerstraße. Der Köln-Legionär schnürte in nur zehn Minuten einen Doppelpack (62., 72.), Marcel Sabitzer besiegelte in der 84. Minute den Endstand. 

Es war einmal mehr ein starker Schaub-Auftritt von der Bank kommend. Es scheint, als wär der Köln-Legionär prädestiniert dafür, eingewechselt zu werden. Das zeigt auch die Statistik bei seinem Arbeitgeber. In elf Saisonspielen kam der Flügelflitzer neunmal zum Einsatz – aber jeweils nur als "Joker". 

"Schöner, von Anfang an zu spielen"

Von dieser Rolle hat Schaub nun aber genug, möchte sich in der ÖFB-Auswahl seinen Stammplatz am rechten Flügel erarbeiten. "Es wär schöner, wenn ich von Anfang an spielen würde", zeigte sich Schaub mit seiner Rolle nicht vollends zufrieden. Gleichzeitig unterstrich der Außenbahnspieler: "Es ist auch eine Qualität, wenn man reinkommt und das Spiel drehen kann. Der Trainer sagt oft, ich soll so spielen, wie ich trainiere, weil ich so Gas gebe. Ich freue mich, wenn ich mich ab und zu in einem Spiel belohne", schmunzelte Schaub, der sieben seiner acht Teamtore als "Joker" erzielte. 

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    Das ÖFB-Team scheitert in der WM-Qualifikation. Der blamable Weg des Nationalteams in Bildern.
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    Viel Lob für Schaub

    Die beeindruckenden "Joker"-Qualitäten sind freilich auch ÖFB-Teamchef Franco Foda nicht verborgen geblieben. "Wir kennen ja auch die Statistik, dass Louis ein Spieler ist, der immer wieder Tore vorbereitet und erzielt, wenn er eingewechselt wird. Er ist reingekommen und man hat gespürt, dass er hungrig war. Er war gierig, etwas im Spiel zu bewegen. Das zeichnet ihn aus", lobte Foda nach dem Spiel. 

    Schaub erhielt auch viel Lob von seinen Teamkollegen. Allen voran von "Einser"-Keeper Daniel Bachmann. Die beiden verbindet eine 17-jährige Freundschaft. "Über seine Qualitäten gibt es nichts zu diskutieren. Als er gegen Italien reingekommen ist, hat er das Spiel komplett an sich gezogen. Und diesmal wieder. Ich freue mich extrem für Louis", so der Watford-Legionär. 

    Startelf gegen Moldawien?

    Der starke Auftritt brachte nun auch Foda zum Grübeln. Der Deutsche überlegt, beim abschließenden Heimspiel gegen Moldawien, dem 26-Jährigen eine Chance von Anfang an zu geben. Auch, weil sich auf dem rechten Flügel kein Spieler etablieren konnte, Alessandro Schöpf blass blieb. Gleichzeitig mahnte Foda: "Er hat einfach das Problem, dass er bei seinem Verein in Köln nicht regelmäßig zum Einsatz kommt. Dann von Anfang an zu spielen, ist nicht einfach", meinte der ÖFB-Teamchef. Die Chance hätte sich Schaub aber allemal verdient...