Ökonom: "Keine Intensivbetten für Corona-Skeptiker!"

Shopping-Wahnsinn in Wien am Samstag. Zu diesen Bildern sagen die Experten: "Sie zeigen, dass es Maßnahmen braucht."
Shopping-Wahnsinn in Wien am Samstag. Zu diesen Bildern sagen die Experten: "Sie zeigen, dass es Maßnahmen braucht."picturedesk.com
Wird das Gesundheitssystem überlastet, müssen Spitäler entscheiden, wen sie behandeln und wen nicht.

Was, wenn das Gesundheitssystem an die Grenzen kommt? Auf den Intensivstationen müsste eine Triage eingeführt werden, wo entschieden wird, wer behandelt werden kann und wer nicht. Doch nach welchen Standards soll die Triage durchgeführt werden?

Im Interview mit dem "Tages-Anzeiger" bringt Gesundheitsökonom Willy Oggier, der verschiedene Schweizer Spitäler in der Covid-Pandemie berät und unter anderem in Wien doziert, eine radikale Idee ins Spiel.

Handeln nach dem Verursacherprinzip

"Ich schlage vor, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Akutbett oder einen Intensivplatz verwirken, falls es zu Engpässen kommt", so Oggier. Es sei ganz einfach: "Wer angezeigt wird, weil er die Abstands- und Hygieneregeln mutwillig missachtet, soll die Verantwortung für sein Handeln tragen. Ich schlage vor, dass diese Personen namentlich erfasst werden und im Zweifelsfall kein Intensivbett erhalten. Ganz nach dem Verursacherprinzip."

Vorbild China?

Den Einwand, das höre sich nach Überwachungsstaat nach chinesischem Vorbild an, will Oggier nicht gelten lassen. "Nein, es geht mir ja nicht darum, Punkte für soziales Verhalten zu vergeben. Ich spreche lediglich von den Engpass-Situationen. Stoßen die Spitäler an ihre Grenzen, kommen die Mediziner nicht darum herum, zu entscheiden, wem sie das letzte Bett geben. Ich finde es fairer, wenn der selbst ernannte Corona-Rebell das Nachsehen hat, als wenn es einfach den ältesten Patienten im Raum trifft."

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