Österreicher bei Covid-Impfstoff beteiligt

Arzt Christoph Huber
Arzt Christoph HuberPicturedesk
90 Mitarbeiter des Klosterneuburger Biotech-Unternehmens Polymun waren maßgeblich an der Entwicklung eines sehr sicheren Corona-Impfstoffs beteiligt.

Diese Nachricht hat die Welt zu Wochenbeginn verzückt: Die Pharmafirmen BioNTech und Pfizer haben einen Impfstoff entwickelt, der 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 verspricht. Maßgeblich beteiligt waren dabei auch mehrere Österreicher: Der Wiener Immunologe Christoph Huber ist Mitbegründer des deutschen Unternehmens BioNTech, das Pionierarbeit in der Entwicklung von Krebstherapien geleistet und nun die erste Corona-Impfung fertig hat. Huber, mittlerweile in Pension, sitzt im Aufsichtsrat, ist nur mehr beratend tätig. Das Rampenlicht möchte er den Kollegen überlassen.

Die Biotech-Firma Polymun in Niederösterreich
Die Biotech-Firma Polymun in NiederösterreichPolymun

Wertvolle Hintergrundarbeit für die Impfung hat das Klosterneuburger Biotech-Unternehmen Polymun (90 Mitarbeiter) geleistet. "Wir arbeiten in zwei technologischen Feldern", sagte Geschäftsführer Dietmar Katinger dem "Kurier", "zum einen biotechnologische Verfahren, zum anderen Liposome." Die Firma setzt die Hauptkomponenten des Impfstoffs zusammen, arbeitet an drei weiteren Corona-Impfprojekten mit. 

Österreich sicherte sich den Impfstoff, es sind aber noch Fragen offen

BNT162b2 ist der noch sperrige Name des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer, der sich im Zulassungsprozess befindet. Das Griss um ihn ist groß.

 Bekommt Österreich ihn?

Ja, über ein gemeinsames Beschaffungsprogramm der EU für alle Mitgliedsstaaten. Nationale Alleingänge gibt es keine. Am Dienstag handelte die EU den Vertrag mit den Firmen aus.

 Wie viele Dosen?

Die Verteilung innerhalb der EU erfolgt nach Bevölkerungszahl. Die Zahl der Infizierten ist irrelevant. Österreich erhält zwei Prozent von jedem Impfstoff, den die EU einkauft. Von BNT162b2 sind es 300 Millionen Impfdosen – Österreich bekommt demnach mindestens 6 Millionen Dosen, das würde für drei Millionen Menschen reichen (pro Immunisierung sind zwei Dosen nötig). Es gibt auch Verträge mit drei anderen Pharmafirmen, die an einem Impfstoff forschen.

 Wann ist es so weit?

Das hängt davon ab, wann die Zulassung abgeschlossen ist. Gesundheitsminister Anschober rechnet damit, dass die ersten Impfdosen im ersten Quartal 2021 geliefert werden.

 Schutzwirkung

Laut den Unternehmen liegt sie bei 90 Prozent, allerdings haben sie die Daten anderen Forschern noch nicht zur Überprüfung zugänglich gemacht.

Nebenwirkungen

Es gibt laut BioNTech und Pfizer keine schweren Nebenwirkungen, doch der Beobachtungszeitraum ist "noch zu kurz" für eine abschließende Bewertung.

 Offen

Unklar ist, wie lange die Impfung anhält und ob der Impfstoff bei allen Menschen, besonders bei Kindern und Älteren, gleich gut wirkt.

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