"Es ist fast peinlich, mit welch großen Entouragen wir reisen. Man kann nicht zufrieden sein. Wir sind ein Skiverband, der Spitzensport fördert, wir haben uns dem Spitzensport verschrieben und nicht dem Schönwettersport. Und schon gar nicht dem Hobbysport." Mit diesen Aussagen sorgte ÖSV-Vorstand Patrick Ortlieb bei "Servus TV" für Aufsehen. Der 55-Jährige nahm sich im TV kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Trainer und Stars des österreichischen Skiverbandes heftig.
Die Aussagen des Finanz-Bosses sorgen bei den ÖSV-Damen für großen Unmut. Im Rahmen des Semmering-Weltcups am Dienstag holen die Athletinnen nun zum Gegenschlag aus. "Es ist nicht angenehm als Athlet. Er war selbst einmal Athlet, er müsste es eigentlich besser wissen. Er hat auch eine Tochter, die da dabei ist", erklärt Ramona Siebenhofer.
"Wenn man schon am Boden ist, dann noch einmal ein bisschen nachtreten - also ich weiß nicht", kommentiert Katharina Truppe die Ortlieb-Kritik. Den Zeitpunkt der Aussagen kann die 26-Jährige nicht verstehen, denn in knapp sechs Wochen beginnt in Courchevel/Meribel die Ski-WM.
"Es sind alle sehr bemüht, jeder gibt sein Bestes. Die Einsatzbereitschaft ist von jedem sehr gut da", stellt ÖSV-Ass Katharina Liensberger klar. "Es gibt niemanden von den oberen Etagen, die tatsächlich wissen, wie es die letzten Jahre war. Das macht es nicht einfacher und braucht eine gewisse Zeit, bis sich das entwickelt."