Die 33-jährige Italienerin lag bereits nach dem ersten Durchgang im kanadischen Weltcup-Ort in Front, behielt auch in der Entscheidung bei schwierigen Sichtverhältnissen und flachem Licht die Nerven, raste zu ihrem 22. Saisonerfolg, 21 Hundertstel vor der Slowakin Petra Vlhova und 29 Hundertstel vor der US-Amerikanerin und Rekord-Weltcupsiegerin Mikaela Shiffrin, die beide im Finale noch aufs Stockerl sprangen.
"Mein zweiter Lauf hat sich nicht so gut angefühlt, ich dachte, ich verliere Zeit, habe mir gedacht, dass ich genau fahren muss. Dass ich dann noch vorne bin, hätte ich nie gedacht", strahlte die italienische Siegerin. "Ich war vor dem Rennen ein bisschen unsicher, viele haben gesagt, dass es sehr flach ist, aber das Gelände ist sehr fordernd. Mit dem zweiten Durchgang bin ich dann sehr zufrieden, ich werde Schritt für Schritt besser werden", kommentierte Shiffrin ihren Stockerlplatz. "Das hier sind meine Bedingungen, auf diesem Schnee fühle ich mich sicher, dass ich schnell fahren kann", meinte Vlhova.
Die Schweizerin Lara Gut-Behrami, die die ersten beiden Saison-Riesentorläufe gewinnen konnte, landete nicht auf dem Stockerl, hatte als Fünfte 0,59 Sekunden Rückstand. Trotzdem behält die Schweizerin das rote Trikot der Riesentorlauf-Führenden an.
Beste ÖSV-Läuferin war Franziska Gritsch, die mit einem verpatzten zweiten Durchgang noch aus den Top Ten fiel und Elfte wurde (+2,38). Stephanie Brunner ging im zweiten Durchgang der Knopf auf, sie schob sich noch um fünf Ränge auf Platz 16 vor, zeitgleich mit der Vorarlbergerin Katharina Liensberger (+3,15).
"Ich würde mir wünschen, dass ich das Skifahren zeigen kann, das in mir steckt. Und das zwei Mal", haderte Gritsch mit dem zweiten Durchgang. "Im Mittelteil war ich zu spitz, da ist viel verloren gegangen. Aber da fällt bei mir trotzdem ein bisschen eine Last ab", meinte Brunner. "Die Kurssetzung hat Köpfchen gebraucht, es war wichtig, mit Hirn, aber auch mit voller Attacke zu fahren", so Liensberger.
Punkte gab es noch für Julia Scheib als 20. (+3,68), Katharina Truppe auf Platz 23 (+4,26) und Elisabeth Kappaurer mit Rang 27 (+5,01). Elisa Mörzinger und Ricarda Haaser sind im tückisch gesetzten zweiten Durchgang ausgeschieden.
Am Sonntag (17 Uhr, 20.15 Uhr) steht der zweite Riesentorlauf am Mont Tremblant auf dem Programm.