Mit 39 Jahren zählt Zlatan Ibrahimovic zur den Oldtimern unter den Fußballstars. Der Stürmer zeigt trotzdem Spieltag für Spieltag, wie wichtig er für den AC Milan nach wie vor ist. Der Schwede hält nach elf Pflichtspieleinsätzen diese Saison bei zehn Toren.
In den vergangenen Spielen schwankten seine Leistungen. Der sonst so coole Angreifer zeigte Emotionen. Wut und Frust – so mancher Fan wunderte sich, was mit ihrem Star los ist. Ibrahimovic klärt nun auf.
Bei "Sky Italia" sagt er nach dem 2:2 gegen Hellas Verona: "Es war eine echte Katastrophe. Heute habe ich nicht klar gedacht. Wir haben sehr viele Spiele, ich war müde und konnte nicht so 'böse' sein wie sonst. Ich war heute einfach nicht da. Ich bin wütend, das Unentschieden passt nicht, wir hatten viele Torchancen und ich habe auch den Elfmeter verschossen." Ibrahimovic erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich, hatte zuvor aber einen Elfmeter verschossen.
Vier Tage zuvor hatte er beim bitteren 0:3 gegen Lille in der Europa League vor Wut geschnaubt, als er vorzeitig ausgwechselt wurde. Der Grund ist für den Torjäger die Übermüdung: "Ich war wütend auf mich. Es gibt so viele Spiele, dass dir die Müdigkeit zu Kopf steigt. Da bist du nicht immer bei 100 Prozent. Gott sei Dank kommt die Pause, also ruhe ich mich ein bisschen aus." Ibrahimovic meint damit die bevorstehende Länderspielpause.
Mit seinen Aussagen lässt Ibrahimovic tief einblicken. Selten lässt er die Öffentlichkeit derart an sich ran. Er zeigt, dass ihn sein fortgeschrittenes Fußballer-Alter beschäftigt. Er schlägt aber auch in dieselbe Kerbe wie viele seiner (jüngeren) Kollegen. Nach der langen Corona-Zwangspause ist der Spielplan in Europas Top-Ligen randvoll. Vielen Spielern und Trainern zu voll. Der Vorwurf: Es wird zu wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler genommen.