Ohne sichtbare Selfie-Cam: Das ZTE Axon 20 im Test

ZTE lässt beim neuen Smartphone Axon 20 die Selfie-Kamera verschwinden. Was das Handy und das Knipsen über den Bildschirm kann, hat "Heute" getestet.

Als erster großer Smartphone-Hersteller geht ZTE neue Wege. Beim neuen ZTE Axon 20 scheint es keine Frontkamera zu geben, zu sehen ist nur ein durchgängiges Display. Selfies kann man trotzdem knipsen. Wie das? Die Kamera wurde einfach wie der Fingerabdrucksensor unter das Display verbaut. Daran arbeiten derzeit so gut wie alle namhaften Hersteller, ZTE preschte nun allerdings mit einem Handy vor und zeigt, wie gut das bereits funktioniert.

Das ZTE Axon 20 selbst zeigt sich als solides Mittelklassegerät und mit einem Preis von 400 Euro als guter Preis-Leistungs-Anbieter. Mit 6,92 Zoll ist das Display und das Smartphone riesig, im Inneren arbeiten ein Unisoc-Tiger-Achtkernprozessor mit sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem, per microSD-Karte erweiterbarem Speicher. 5G gibt es nicht (allerdings gibt es zwei weitere Axon-20-Modelle mit 5G), als Betriebssystem kommt Android 10 mit der MiFavor UI Benutzeroberfläche zum Einsatz, die stark an pures Android angelehnt ist.

Sehr edles Design

Das Design sieht edel aus und das Gerät wirkt weit teurer, als es tatsächlich ist. Auf der Front wird das Display durch die fehlende Ausnehmung für die Selfie-Kamera nicht unterbrochen, schwarze Displayränder gibt es allerdings. Dafür handelt es sich um ein OLED-Panel, das mit 2.460 x 1.080 Pixel auflöst und dabei tolle Schwarz-Werte, gute Farben, eine schöne Helligkeit und eine scharfe Darstellung abliefert. Um das Display ist ein Plastikrahmen gelegt, der allerdings so gut verarbeitet ist, dass er wie ein Metallrahmen wirkt.

Das ZTE Axon 20 selbst zeigt sich als solides Mittelklassegerät und mit einem Preis von 400 Euro als guter Preis-Leistungs-Anbieter.
Das ZTE Axon 20 selbst zeigt sich als solides Mittelklassegerät und mit einem Preis von 400 Euro als guter Preis-Leistungs-Anbieter.Heute

Auf der Rückseite gibt es beim mit 198 Gramm überraschend leichten Smartphone Glas mit einer schönen Spiegel-Optik, die aber traditionell sehr anfällig für Fingerabdrücke ist. Schick hebt sich das rechteckige Kameramodul aus der linken, oberen Ecke der Rückseite hervor. Darin zu finden sind gleich vier Kamerasensoren: 64 MP Hauptkamera, 8 MP Weitwinkel+ 2 MP Tiefensensor und 2 MP Makrosensor. Die unsichtbare Frontkamera knipst mit 32 MP und KI-Unterstützung.

Nichts auszusetzen gibt es bei Display und Leistung. Die Darstellung ist wie erwähnt super, sowohl Fingerabdrucksensor als auch Gesichtserkennung und Kamera im Display arbeiten zuverlässig. Die Leistung reicht für jeden Durchschnittsnutzer vollkommen aus, beim Surfen, Öffnen mehrerer Apps und Tabs sowie auch Games gibt es keine Ruckler. Auch die Helligkeit des Displays reicht aus, es trotz starker Spiegelungen im Sonnenlicht noch ablesen zu können. Dazu kommt es überraschend starker und Bass-lastiger Sound aus dem Smartphone-Lautsprecher.

Abzüge in der B-Note

Erweitert man des doch für manche Nutzer etwas knappen Speicher, muss man auf einen der zwei SIM-Schächte verzichten. Schade: Wasser- und Staub-dicht ist das Smartphone nicht. Schön ist dagegen wiederum die Akku-Ausstattung von 4.220 Milliamperestunden, die den durchschnittlichen Nutzer auf locker einen Tag bringt. Am Ladekabel hängt das Axon 20 wegen der fehlenden Schnellladung bei einer Ladeleistung von 18 Watt per USB Type C 2.0 rund zwei Stunden, bis es aus dem leeren Zustand wieder voll ist. 

Der Vergleich: Links das Selfie mit dem ZTE Axon 20, rechts mit dem Huawei P30 Pro.
Der Vergleich: Links das Selfie mit dem ZTE Axon 20, rechts mit dem Huawei P30 Pro.Heute

Alle typischen Funktionen wie WLAN, Bluetooth 5.0, NFC und Co. finden sich natürlich an Bord. Und die Kamera? Die kann sich sehen lassen! Hier liegt man im oberen Feld der Smartphone-Mittelklasse. Die Fotos werden scharf und kontrastreich, mit vielen Details und auch die Makroaufnahmen zeigen beeindruckende Qualität. Etwas fummelig ist allerdings der Automatik-Modus: Manchmal dauert es mehrere Momente lang und erfordert ein mehrmaliges Wechsel der Distanz und Perspektive, um ein Motiv scharf stellen zu können. Wen das stört, der schaltet die Automatik aber einfach ab. In der Nacht nimmt die Qualität der Aufnahmen letztlich deutlich ab, dennoch leistet die Kamera insgesamt gute Arbeit. Beispielbilder finden sich in der Diashow ganz oben.

Mehr drin bei der Selfie-Cam

Obwohl die Technik, die Frontkamera unter dem Display verschwinden zu lassen beeindruckt, ist das Fazit zur Frontkamera ein nicht so positives. Das liegt allerdings gar nicht daran, dass die Frontkamera beim Start des Smartphones als weißlicher Pixelflick zu sehen ist, der im Betrieb bei nicht-weißen Hintergründen verschwindet und nur noch aus schrägen Perspektiven zu sehen ist. Vielmehr betrifft es die Qualität der Selfies. Hintergründe werden stark überbelichtet und bieten kaum Details, im Sonnenlicht gehen sie teils ganz in weiße Massen über. Personen werden ebenfalls überbelichtet und lassen Details vermissen, weswegen die Aufnahmen unnatürlich wirken. Hier könnte ZTE mit Software-Updates noch mehr herausholen.

Einen Vergleich mit dem mehr als deutlichen Unterschied zwischen Selfie-Aufnahmen mit dem ZTE Axon 20 und dem doch schon etwas älteren Huawei P30 Pro zeigt das Foto oben. Bis auf das Schwächeln der Selfie-Cam und kleineren Mankos wie dem Autofokus oder der fehlenden Wasserdichtheit ist das ZTE Axon 20 allerdings ein solides Mittelklasse-Handy mit einem fairen Preis, das Durchschnittsnutzer durchaus zufriedenstellen wird. Als Highlights beeindrucken das Design, das Display und auch die Leistung. Und eine Hoffnung bleibt auch noch: Vieles, das im Test kritisiert wird, könnte ZTE sogar noch per Update verbessern, das bleibt allerdings abzuwarten.

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