Wirtschaft

OMV-Boss Rainer Seele verlängert seinen Vertrag nicht

OMV-Boss Rainer Seele lässt seinen Vertrag im kommenden Jahr auslaufen. Zuletzt geriet der Top-Manager vor allem medial in die Kritik. 
Michael Rauhofer-Redl
26.04.2021, 12:47

Die Führung des teilstaatlichen Ölkonzerns ließ im Frühjahr 2021 E-Mails und Diensthandys von Mitarbeitern durchsuchen –mit Einwilligung der Betroffenen, doch ohne Einbindung des Betriebsrates. Der Grund: Immer wieder wurden Betriebsinterna der OMV an die Öffentlichkeit gespielt, berichtet die APA. Diese Meldungen dürften Grund dafür sein, dass OMV-Boss Rainer Seele seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag auslaufen lassen wird. 

Seit dem 1. Juli 2015 steht der 60-Jährige an der Spitze des teilstaatlichen Mineralöl- und Gaskonzerns. Wie am Montag mittels Aussendung bekannt wurde, wird der Deutsche die Option auf eine Verlängerung seines Vertrags um ein weiteres Jahr nicht in Anspruch nehmen. Somit endet seine Funktionärsperiode automatisch am 30. Juni 2022. Wer auf Seele nachfolgen wird, ist noch nicht bekannt. 

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Unternehmen dementiert Vorwürfe

Vor rund zwei Wochen tauchten Spionagevorwürfe gegen das Unternehmen auf. Betroffen waren die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und "Fridays for Future Austria". Diese warfen der OMV die systematischen Ausspionierung von Umweltaktivisten vor. Zuletzt reagierten auch Vizekanzler Werner Kogler und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (beide Grüne) auf die Vorwürfe und versprachen eine umfassende Aufklärung. 

Ein OMV-Sprecher beteuerte zuletzt, dass Berichte über eine stattfindende Überwachung von Umweltschützern in Neuseeland "schlichtweg falsch" seien. Es seien "hundertprozentig keine Personen überwacht" worden, so Andreas Rinofner. Es seien lediglich öffentlich zugängliche Informationen gesammelt und aufbereitet worden, so der Unternehmenssprecher.