Online-Rücksendungen bei Zara werden kostenpflichtig

Wer Onlinebestellungen nicht behält, kann sie ab jetzt nur noch im Geschäft kostenlos zurückgeben. 
Wer Onlinebestellungen nicht behält, kann sie ab jetzt nur noch im Geschäft kostenlos zurückgeben. Getty Images
Weil bei Online-Käufen das meiste zurückgeschickt wird, verrechnet Zara seinen britischen Kunden für die Logistik ab sofort eine Gebühr.

Wie die britische BBC berichtet, verrechnet der Modegigant Zara seinen Kunden für die Rückgabe von online gekauften Artikeln in Großbritannien ab sofort eine Gebühr. Kunden müssen nun 1,95 £ (2,28 Euro) für die Rücksendung bezahlen. In den Geschäften können die Artikel weiterhin kostenlos zurückgegeben werden.

Unternehmen wie Uniqlo und Next verlangen bereits Gebühren für Online-Rücksendungen. Das Online-Shopping boomte in der Pandemiezeit, aber die Kunden geben online gekaufte Artikel eher zurück als im Geschäft, was die Kosten für die Einzelhändler erhöht. Analysten zufolge ist es wahrscheinlich, dass andere Einzelhändler dem Beispiel folgen werden.

Online-Shopping boomt

Online anstatt im stationären Handel zu kaufen ist ein wachsender Trend, der schon vor der Pandemie begann und sich fortsetzen wird. Die kostenlose Rückgabe in den Geschäften könnte dazu beitragen, dass die Menschen wieder in die Läden kommen. Der Online-Einkauf hat während der Pandemie stark zugenommen, was aber auch die Zahl der Rücksendungen stark in die Höhe getrieben hat. Für Modehändler können Rücksendungen kostspielig sein. Die Fast-Fashion-Marke Boohoo erklärte, dass die steigenden Rücksendungen teilweise für den Einbruch ihrer Jahresgewinne verantwortlich seien.

Nachhaltiges Online-Shopping, aber wie?

Kritik

Die Entscheidung von Zara, die kostenlose Rücksendung per Post einzustellen, wurde von einigen Kunden im Internet kritisiert. Eine Person schrieb auf Twitter: "Zara ändert die kostenlosen Rücksendungen, die jetzt die Kunden kosten, und macht keine Ankündigung dazu? Nicht cool." Eine andere schrieb, sie sei "sehr enttäuscht" über diesen Schritt und fügte hinzu: "Hätte mehr von euch erwartet. Die besten Qualitätsmarken verlangen keine Gebühren". Ein anderer lobte die Entscheidung wegen ihrer Auswirkungen auf die Umwelt und sagte, es sei eine "großartige Maßnahme, um die CO2-Emissionen zu reduzieren".

Logistischer Aufwand

Zara ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte große Einzelhändler sein, der für Rücksendungen per Post Gebühren verlangt. Die Geschäfte wollen unbedingt von den steigenden Online-Verkäufen profitieren, aber keiner von ihnen will sich den logistischen Aufwand und die finanziellen Kosten für die Bearbeitung von Rücksendungen antun. Während eine Rückgabe in einem Geschäft schnell bearbeitet und zum Wiederverkauf ins Regal gelegt werden kann, sieht es online ganz anders aus. Die Artikel müssen per Kurier zurückgeschickt, in ein Lager gebracht, ausgepackt, gereinigt und dann wieder zum Verkauf angeboten werden.

Die Umweltauswirkungen der Lieferfahrzeuge, die die Waren zurückbringen, sind vielen Kunden bewusst, aber die pandemischen Gewohnheiten, direkt von zu Hause aus einzukaufen und zurückzubringen, werden nur schwer zu durchbrechen sein, ohne dass dies für die Kunden einen finanziellen Nachteil bedeutet. Der eigentliche Gewinn für die Geschäfte wäre es, die Kunden dazu zu bringen, Online-Artikel überhaupt nicht mehr zurückzusenden. Zara hofft, mit einem Rückgabepreis, der die Kunden von einer Rückgabe abhält, ohne sie vom Kauf abzuhalten, ein Gleichgewicht zu finden.

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