Am Ende des Flüchtlingsgipfels in Wien sprach auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kurz zu den Medien. Sie will monatlich hunderte Migranten aus Griechenland und Italien aufnehmen, gleichzeitig aber die illegale Einwanderung aufzuhalten.
Am Ende des in Wien erklärte der ungarische Premierminister Viktor Orban seine Pläne: Er will ein Lager in Libyen und das Waffenembargo gegen die dortige Regierung aufheben.
Ein gigantisches Flüchtlingslager soll an der libyischen Küste entstehen, in dem Asylanträge afrikanischer Migranten bearbeitet werden, forderte Orban in der ungarischen Botschaft in Wien. Die Situation in dem nordafrikanischen Land soll stabilisiert werden, indem man das Waffenembargo beende und die dortige Regierung intensiv unterstütze.
Für den Fall, dass der Deal mit der Türkei platzen sollte, schlug Orban eine militärische Grenzsicherung vor, die er eine "Verteidigungslinie für Europa" nannte. Außerdem lobte er Österreichs Kanzler Christian Kern für seine Bemühungen in der Flüchtlingskrise.
Merkel will Flüchtlinge aus Italien und Griechenland
"Unser Ziel muss sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen", erklärte Merkel. Man habe im Vergleich zu der Situation vor einem Jahr viel erreicht und Fortschritte bei der Bekämpfung der illegalen Migration gemacht.
Griechenland und Italien hat die Kanzlerin weitere Hilfe versprochen: Deutschland werde aus den beiden Ländern jeden Monat mehrere Hundert Migranten mit Bleiberecht aufnehmen, da gerade diese Menschen eine Perspektive bräuchten.
Griechen beantragen Frontex-Hilfe
Auch der Aufgabenbereich der Grenzschutzagentur Frontex soll aller Voraussicht nach ausgeweitet werden. So habe Griechenland etwa bereits einen Hilfsantrag für die Überwachung der mazedonischen Grenze gestellt.
"Wir befinden uns derzeit mit Athen in guten Gesprächen darüber, wie diese Mission konkret aussehen soll", sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri zur "Welt am Sonntag". Ein Thema seien etwa mögliche Ausweiskontrollen.
Ministerpräsident Alexis Tsipras forderte unterdessen mehr Solidarität in Europa ein: "Es ist inakzeptabel, dass die Last auf das erste Ankunftsland fällt", sagte er zur griechischen Nachrichtenagentur AN.