Die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sieht in der Wahlniederlage des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán einen "neuen Schub" für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine.
"Ich persönlich erwarte, dass sich das positiv auf den Beitrittsprozess auswirken wird", sagte Kos am Dienstag am Rande der Frühjahrstagung vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington. Das Ergebnis der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag bezeichnete sie als "großen Sieg für Europa".
Kos erklärte außerdem, dass Orbáns Abwahl die Freigabe vom beschlossenen EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine ermöglichen werde. Gegen dieses hatte Orban sein Veto eingelegt und damit eine Auszahlung bislang verhindert. "Mit den 90 Milliarden können wir den Finanzbedarf der Ukraine in den Jahren 2026 und 2027 decken", sagte Kos.
Die Tisza-Partei vom bisherigen Oppositionsführer Peter Magyar hatte die Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag klar gewonnen.
Magyar hat Reformen und eine bessere Zusammenarbeit mit Brüssel angekündigt und hofft auf eine schnelle Auszahlung bisher blockierter EU-Gelder für sein Land.