ORF-Chefin: "Viel ORF, ohne dafür zu bezahlen"

ORF-Radiochefin Ingrid Thurnher: "Man bekommt viel ORF, ohne dafür zu bezahlen"
ORF-Radiochefin Ingrid Thurnher: "Man bekommt viel ORF, ohne dafür zu bezahlen"Thurnher, GIS
Die hohe Inflationsrate bekommt auch der ORF zu spüren. Jetzt lässt Radiodirektorin Ingrid Thurnher (59) mit einer Forderung aufhorchen.

Die Abmeldungen von der GIS haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, Stichwort: Streaming-Lücke. Die Minus-Prognose des ORF hält vorerst bei zwölf Millionen Euro für 2022. Um den Verlusten weiter gegenzusteuern, hofft man am Küniglberg jetzt auf die Politik.

"Viel ORF, ohne dafür zu bezahlen"

"Man bekommt viel ORF, ohne dafür zu bezahlen", erklärte Radiodirektorin Ingrid Thurnher bei einer Diskussionsveranstaltung. Der Gesetzgeber müsse "ganz dringend etwas tun", so die 59-Jährige. Bis es soweit ist, reagiert das Inkasso-Büro des Rundfunks offenbar mit verstärkten Hausbesuchen – "Heute" hat berichtet.

Wer kein empfangsbereites Gerät hat (zum Beispiel einen Fernseher), musste bislang keine GIS bezahlen. Trotzdem können jene Personen zum Beispiel auf ihrem Handy via TVthek-App das ORF-Programm streamen. Das fällt bis dato nicht unter die Gebührenpflicht, soll sich jetzt aber ändern – künftig sollen alle zur Kasse gebeten werden. 

Im Herbst neue GIS-Gebühr fürs Streaming?

Seitens des ORF wünscht man sich deshalb eine Haushaltsabgabe – auch die Grünen befürworten dies. Medienministerin Susanne Raab (ÖVP) zeigt sich diesbezüglich aber wenig empfangsbereit, spricht von "mehreren Modellen". Eine Entscheidung dazu fällt höchstwahrscheinlich im Herbst.

Medienministerin Susanne Raab spricht von "mehreren Modellen", schließt eine Haushaltsabgabe aus.
Medienministerin Susanne Raab spricht von "mehreren Modellen", schließt eine Haushaltsabgabe aus.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Auf die Gleichung "Viel ORF für kein Geld" kam Thurnher beim Thema Zahlungsbereitschaft für digitale Medien – und zog einen Vergleich mit Großbritannien. Die Urmutter der öffentlich-rechtlichen Gebührensender, die BBC, habe versuchsweise einer kleinen Gruppe von Menschen alle BBC-Angebote für einen Monat entzogen. Danach waren "99 von 100 bereit zu zahlen".

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