Fenerbahce Istanbul ist als klarer Favorit ins Duell der dritten Champions-League-Qualirunde gegangen. Und dieser Rolle sind die Türken in der ersten Spielhälfte auch gleich gerecht geworden. Talisca (9.) und Mason Greenwood (45.) sorgten schon zur Pause für eine deutliche 2:0-Führung der Istanbuler.
Sturm hatte da nichts zu melden gehabt, es war ein Klassenunterschied zu sehen gewesen.
Umso kurioser ist allerdings, was in der Halbzeitpause passierte, was ORF-Experte Roman Mählich im Live-Kommentar auch überhaupt nicht schmeckte. Auf dem Weg in die Kabine hatte sich nämlich Sturm-Abwehrspieler Jeyland Mitchell das Trikot von Führungstorschütze Talisca geholt – von den TV-Kameras deutlich eingefangen. Mitchell ging auf den Fenerbahce-Angreifer zu, fragte offenbar um dessen Shirt. Dann tauschten sie.
Besonders pikant dabei: Der Graz-Verteidiger hatte vor dem Treffer seines brasilianischen Gegenspielers nicht gut ausgesehen, zu wenig forsch attackiert. Ähnliche Trikot-Tausch-Szenen zur Pause sind äußerst ungewöhnlich, passieren üblicherweise erst nach dem Schlusspfiff.
"Die tauschen jetzt schon Leiberl. Mit dem Torschützen. Zur Pause", sagte Mählich, einst selbst bei Sturm Graz aktiv und als durchaus lästiger Mittelfeldspieler bekannt, während des Live-Kommentars im ORF. Ergänzte: "Das hätte ich nicht sehen dürfen als Mitspieler."
"Er ist ein junger Spieler, es ist ein Erlebnis für ihn. Man sollte es auch nicht überinterpretieren. Deshalb gewinnt oder verliert man nicht", relativierte Mählich dann nach der Pause, um gleichzeitig aber erneut zu betonen: "Ich hätte es nicht gemacht."