Das Timing hätte bitterer kaum sein können.
Victoria Swarovski stand gerade auf der großen ESC-Bühne in Wien, lächelte in die Kamera und wollte offensichtlich einen persönlichen Moment mit ihrer Familie teilen. "Bussi an meine Mama", sagte die Moderatorin – doch viele Zuschauer bekamen davon gar nichts mit. Denn genau in diesem Augenblick blendete der ORF plötzlich in die Werbepause.
Für einige ESC-Fans vor den Fernsehern kam das durchaus überraschend. Vor allem deshalb, weil gerade beim Eurovision Song Contest viele denken, die Show laufe komplett ohne Unterbrechungen durch.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Der Eurovision Song Contest wird zwar von der Europäischen Rundfunkunion organisiert, ausgestrahlt wird die Show aber von den jeweiligen TV-Sendern selbst.
Und viele dieser Sender finanzieren ihr Programm teilweise durch Werbung – darunter auch der ORF.
Gerade bei einer mehrstündigen Live-Show wie dem ESC sind Werbeblöcke deshalb fest eingeplant. Während in der Halle oft weiter moderiert oder kleine Umbauten durchgeführt werden, sehen TV-Zuschauer zuhause Werbung.
Andere Länder handhaben das übrigens unterschiedlich. Manche Sender zeigen kaum Unterbrechungen, andere steigen häufiger aus dem internationalen Signal aus.
Für Victoria Swarovski war der kleine Mama-Moment jedenfalls sichtlich herzlich gemeint.
Bleibt also nur zu hoffen, dass ihre Mama den ESC vielleicht irgendwo ohne Werbeunterbrechung verfolgt hat – sonst kam das Bussi möglicherweise nie an.