ORF-Star Ernst Hausleitner schüttet sein Herz aus. Der Oberösterreicher war im Podcast "Mindgames" zu Gast – und plauderte dort ungewohnt offen über seinen Sohn und die gescheiterte Ehe.
"Als ich Vater wurde, war ich 47 oder 48 – also ich war sehr spät dran. Ich habe es mir gut überlegt, vielleicht zu gut", sagt der Formel-1- und Ski-Experte. "Denn familiär ist es nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich war drei Jahre später wieder geschieden."
Für Probleme sorgte danach der Streit um das Sorgerecht für Sohn Felix, mittlerweile neun Jahre alt. "Wenn du dich von einer Frau scheiden lässt, ist es nicht gewährleistet, dass du Gefahr läufst, den Kontakt zu deinem Sohn zu verlieren. Dass das nicht passiert ist, ist die größte Leistung meines Lebens."
Hausleitner weiter: "Es ist eine gesetzliche Schieflage. Es wird 100 Bereiche geben, in denen Frauen schlechter gestellt sind, aber in einem Bereich bist du als Mann schlechter gestellt: als Vater."
Der 57-jährige Sport-Fachmann nimmt das Gesetz auseinander. "Es gibt keine Grundregelung. Das öffnet für wahnsinnig viele Konflikte die Tür. Da machen sich Scheidungsanwälte den Sack voll. Das ist ein Bereich, der anders geordnet gehört. Meine Ex.-Frau hatte einen Anwalt, ich hatte einen – nur Felix hatte keinen. Es gibt keinen, der die Rechte des Kindes zu 100 Prozent vertritt. Das Kind bleibt über, darüber sollte man mal nachdenken."
Hausleitner hatte "Angst, meinen Sohn zu verlieren. Es wurden Kontaktzeiten vorgeschlagen – und um die wird gerauft wie am Basar. Das ist ungenügend geregelt.Viele Väter nehmen sich aus der Verantwortung und leben ihr Leben nach der Scheidung so, wie es davor ohne Kind war, sie überlassen die Betreuung völlig der Frau. Es darf nicht sein, dass sich Väter davonstehlen und freikaufen können im Scheidungsfall – aus dem Sorgerecht muss eine Pflicht werden. Das gehört verankert. Du kannst die Pflicht nicht umgehen, indem du Unterhalt zahlst. Es ist wirr. Es bedarf einer Neuregelung diesbezüglich."