Mit seiner unkonventionellen Seelsorge wurde der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler weit über die Grenzen Bayerns bekannt. In der ORF2-Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament", die auf dem gleichnamigen Buch des Geistlichen basiert, schlüpft Stephan Zinner in die Rolle des Priesters Hans Reiser.
Am 22. Juli (ab 20.15 Uhr) geht die ORF/BR-Produktion nun in die zweite Staffel. Der Pfarrer steht diesmal massiv unter Druck, denn Kardinal Brunnenmayr (Erwin Steinhauer) fordert eine endgültige Entscheidung von ihm: Kirche oder die Liebe zu Lisa (Anne Schäfer).
"Wenn man sich verliebt und das nicht sein darf, ist das immer schlimm – egal, wer man ist", sagt Zinner im "Heute"-Gespräch. "Das Unterdrücken ist nicht gut, das hat uns die Geschichte gelehrt. Wenn man es dann aber direkt thematisiert, wird jeder schmallippig."
In der Serie weigert sich der rebellische Pfarrer auch, eines von beiden aufzugeben. Für den Schauspieler und Kabarettisten ist das auch persönlich nachvollziehbar. "Viele Menschen suchen Halt im Glauben. In der jetzigen Form, so wie die Kirche sich darstellt, ist das aber nicht leicht zu finden. Vor allem der Zugang für jüngere Menschen ist schwieriger geworden. Es bräuchte eine gewisse zeitgemäße Normalität." Konkret fordert er: "Wenn man anfängt, das Zölibat einzukassieren, wäre man in 2026 angekommen. Das hindert nämlich viele daran, in Kontakt mit der Kirche zu kommen."
Zinner, der privat aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, hat durch die Beschäftgung mit dem Thema Neues erfahren. "Es hat mich nicht wieder zur Kirche hingeführt. Aber darüber nachzudenken, woran ich glaube, hat mir nicht geschadet", weiß er.