Mit insgesamt 18 TV-Duellen im ORF startet die heiße Phase im Wahlkampf. Fernseh-Profi Ingrid Thurnher wird durch die heiklen Polit-Shows moderieren. Dabei hagelt es Rekorde.
Der genaue Terminplan siehe S. 2!
bereits eine Aufwärmrunde hingelegt, am Donnerstag startet der ORF die ersten beiden seiner insgesamt 19 TV-Duelle. Mit gleich mehreren Premieren: Noch nie gab es so viele Fernseh-Konfrontationen vor einer Wahl, noch nie diskutierten so viele Spitzenkandidaten und erstmals wird vor Live-Publikum gestritten. Moderiert werden die Duelle wieder von Ingrid Thurnher, bei der Inszenierung wurden keine Mühen gescheut.
Newcomer Stronach
Bis 24. September gibt es dienstags und donnerstags auf ORF 2 TV-Konfrontationen. Den Auftakt machen am Donnerstag um 20.15 Uhr FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und Grünen-Chefin Eva Glawischnig, gefolgt von Josef Bucher (BZÖ) gegen Parteigründer Frank Stronach (21.05 Uhr). Nur Strache kann in dieser Runde auf TV-Duell-Erfahrung verweisen. Denn 2008 war Alexander Van der Bellen für die Grünen ausgerückt, fürs BZÖ war Jörg Haider angetreten.
Und Stronach ist überhaupt ein Newcomer in Österreichs Politszene und quasi "schuld" daran, dass es so viele Konfrontationen gibt, da er mit seiner Partei Klubstatus im Nationalrat erlangte.
Quotenvergleiche für Stronachs Duelle werden denn auch nicht möglich sein. Das blau-grüne Match im Jahr 2008 - damals gab es insgesamt zehn Zweier-Konfrontationen - hatte 31 Prozent Marktanteil und im Schnitt 744.000 Zuschauer.
Große Inszenierung
Die Kontrahenten treffen diesmal auch nicht in einem kleinen Studio bzw. wie 2008 im Newsroom aufeinander. Vielmehr öffnet der ORF sein großes TV-Theater, in dem je 45 Fans der jeweiligen Spitzenkandidaten als Publikum Platz nehmen. Regisseur Fritz Melchert, der für den Öffentlich-Rechtlichen Großereignisse wie zuletzt die Ski-WM 2013 in Schladming inszenierte, verspricht allen Zuschauern ein "Superstudio", mit "riesiger Vidiwall", sechs Kameras und "einem bis zu zehn Meter ausfahrbaren Supertechno-Kran" - letzterer war auch bei "Dancing Stars" im Einsatz.
Beim Rahmenprogramm folgt der ORF dem Trend zur Expertenbeobachtung: Politikwissenschafter Peter Filzmaier sowie Meinungsforscherin Sophie Karmasin sollen im Anschluss an jedes Duell die "Performance" der Kandidaten analysieren.
Schlussrunde
Die TV-Konfrontationen sind längst nicht die einzige Möglichkeit, die Chefs der im Parlament vertretenen Parteien im Fernsehen zu begutachten. Nur wenige Tage vor der Wahl, am 26. September, sendet der ORF seine "Schlussrunde". Am Küniglberg hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Faymann und Spindelegger ihre Abneigung gegen eine Teilnahme an einer "Elefantenrunde" noch ablegen. Ab 11. September kutschiert ORF-Mann auf ORF 1 die Spitzenkandidaten im Retro-Taxi durch die Gegend ("Die Wahlfahrt"). Am 21. September kommen am "Pressestunde"-Sendeplatz auch die Kleinparteien zu Wort.
Nächste Seite: das Programm29.8.: 20.15 Strache-Glawischnig, 21.05 Uhr Bucher-Stronach
3.9. 20.15 Uhr: Spindelegger-Stronach, 21.05 Uhr: Faymann –Bucher
5.9. 20.15 Uhr Faymann-Stronach / 21.05 Uhr Spindelegger-Bucher
9.9. 20.15 Uhr Faymann-Glawischnig / 21.05 Uhr Spindelegger-Strache
12.9. 20.15 Uhr Strache-Stronach / 21.05 Uhr Glawischnig-Bucher
17. 20.15 Uhr Spindi-Glawischnig / 21.05 Uhr Faymann-Strache
18. 21.05 Uhr Glawischnig/Strache
19. 20.15 Uhr Strache-Bucher / 21.05 Uhr Glawischnig-Stronach
24. 21.05 Uhr Faymann/Spindelegger
26.9. 21.05 Uhr: Vertreter aller Parteien