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ORF unterbricht Programm, alle Sender bleiben stumm

Am Freitagnachmittag bleiben alle Programme des ORF stumm. Eine überkonfessionelle Schweigeminute soll der Ukraine Frieden bringen.
Leo Stempfl
25.02.2022, 13:05

Angesichts des Angriffskriegs auf die Ukraine wird sich auch in Österreich am Freitag ein ungewohntes, bedrückendes Bild bieten. Die Religionsgemeinschaften haben zur überkonfessionellen Schweigeminute aufgerufen. Aus diesem Grund wird auch die "Pummerin" am Stephansdom läuten – ein seltenes Schauspiel.

Doch dabei wird es nicht bleiben: Sämtliche Kirchenglocken werden begleitend zum stillen Gebet von 15 Uhr bis 15.01 Uhr durchgehend läuten. An der Initiative beteiligen sich neben den christlichen Kirchen sowie der Israelitischen Religionsgesellschaft und der Islamischen Glaubensgemeinschaft alle anderen gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften.

Schweigeminute im ORF

Auch der ORF ändert zu diesem Anlass nicht nur sein Programm, sondern setzt es für eine Minute komplett aus. Danach startet direkt eine "ZiB Spezial", ehe eine verlängerte "ZiB 17" folgt. Schon um 21.20 Uhr startet dann die "ZiB 2" mit Margit Laufer, die eine Stunde und 15 Minuten dauern wird.

In diesen Genuss kommen TV-Zuseher ausnahmsweise auch an einem Samstag: Um 21.50 Uhr gibt es abermals eine "ZiB 2 Spezial". In das Wochenende startete man bereits um 8 Uhr Früh mit einer ersten Sonder-"ZiB". 

Hoffnung auf Frieden

Für den Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, soll das stille Gebet die "Hoffnung auf einen raschen und gerechten Frieden in der Ukraine stärken". "Das Glockengeläut am Freitagnachmittag erinnert uns an den Tod eines Unschuldigen: Jesus Christus, den Fürst des Friedens. Beten wir für alle, die durch das Grauen des Krieges ihr Leben lassen müssen und öffnen wir unser Herz für jene, die jetzt unsere Hilfe brauchen", so der Salzburger Erzbischof am Donnerstagabend gegenüber Kathpress.

"Der Friede ist das höchste Gut! Es muss alles getan werden, um den Frieden in Europa wieder herzustellen und ihn zu bewahren", erklärte Roland Weißmann, Generaldirektor des ORF gegenüber Kathpress und sagte: "Der ORF schließt sich gerne der Initiative der verschiedenen Kirchen, Religions- und Glaubensgemeinschaften in Österreich an und beteiligt sich mit der Unterbrechung seines Programms an der 'überkonfessionellen Gedenkminute für den Frieden'."

"Die Bilder, die uns aktuell aus der Ukraine erreichen, lassen uns sprachlos zurück", betonte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, im Interview mit Kathpress. Krieg auf europäischem Boden sei bis vor Kurzem nicht vorstellbar gewesen, ein tiefgreifender Einschnitt in die Weltordnung und ein Elend für die Opfer dieses Konflikts. "Wir stehen vereint im Gebet für den Frieden und für eine sichere Welt. Möge Gott das ukrainische Volk beschützen und ihm in diesen finsteren Tagen beistehen", so Vural.

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