ORF verwendete falsches Video für Brandanschlag

Ein Ausschnitt aus dem Überwachungsvideo vor der FPÖ-Zentrale aus dem August 2019. Diese Szenen zeigte der ORF bei einem Beitrag über einen ganz anderen Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg.
Ein Ausschnitt aus dem Überwachungsvideo vor der FPÖ-Zentrale aus dem August 2019. Diese Szenen zeigte der ORF bei einem Beitrag über einen ganz anderen Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg.Bild: privat

Die FPÖ macht per Presseaussendung darauf aufmerksam, dass in "Wien heute" falsches Bildmaterial verwendet wurde. Ein "Missbrauch", wie die FPÖ meint.

Da hat jemand bei "Wien heute" wohl nicht gut genug aufgepasst. Zur Nachricht darüber, dass Identitäre für einen Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg verantwortlich sein sollen, zeigte "Wien heute" Videomitschnitte eines völlig anderen Anschlages auf die FPÖ-Parteizentrale in St. Pölten.

Falsches Videomaterial

"Heute.at" hat recherchiert, wie das passieren konnte: Am gestrigen Sonntag wurde bekannt, dass die Polizei einen Verdächtigen festgenommen hat, der für einen Brandanschlag auf ein Asylheim im niederösterreichischen Himberg im Jahr 2016 verantwortlich sein soll. Es soll sich dabei um ein Mitglied der rechtsextremen Identitären Bewegung handeln.

Der ORF Niederösterreich berichtete in der Nachrichtensendung "Niederösterreich heute" ausführlich darüber. Am Ende des 1:42 Minuten langen Beitrages sprach der Redakteur noch über einen anderen Brandanschlag, der im Gegensatz zur Tat in Himberg noch nicht geklärt ist. Im Falle des Brandanschlages auf die FPÖ-Zentrale in St. Pölten (August 2019) suche die Polizei noch nach den Tätern und erbittet Hinweisen aus der Bevölkerung. Während dieser Sequenz war ein Überwachungsvideo der FPÖ Niederösterreich zu sehen, das den Anschlag auf die Parteizentrale zeigt.

Falsch gekürzt

Die Sendung "Wien heute" berichtete ebenfalls über den Vorfall aus Niederösterreich, jedoch kürzer. Doch beim Erstellen des Beitrages geschah ein Fehler. Denn als im Wiener Beitrag (29 Sekunden lang) die Video-Bilder der FPÖ zu sehen waren, sprach die Moderatorin nicht davon, sondern vom Anschlag in Himberg. Der Anschlag auf die FPÖ-Zentrale in St. Pölten fand in diesem kurzen Beitrag keine Erwähnung.

Für FPÖ Missbrauch

Für die FPÖ ist die Tatsache, dass ihre Überwachungsbilder für einen "Beitrag gegen Rechtsextremismus" "missbraucht" wurden, ein Skandal. Man sehe auf dem Video eben nicht den Anschlag auf ein Asylheim, sondern vielmehr den "feigen und nahezu fatalen Brandanschlag auf die FPÖ-Parteizentrale", so Generalsekretär Christian Hafenecker.

Beim ORF seien scheinbar "alle Sicherungen durchgebrannt", konstatiert er. Weil Hafenecker nicht nur FPÖ-Generalsekretär, sondern auch Mediensprecher der Partei ist, richtete er sich direkt an ORF-Chef Alexander Wrabetz und forderte eine Entschuldigung.

Der ORF hat zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme dazu abgegeben.

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