Niederösterreich

Ort steht nach Todesdrama in Kaserne unter Schock

Fassungslosigkeit in einer kleinen Gemeinde im südlichen NÖ nach dem Tod eines 20-Jährigen. Dieser war in der Flugfeldkaserne erschossen worden.

Blut-Drama in Kaserne! Offizier erschoss Wachsoldat  (20) - in dessen Heimatgemeinde sitzt der Schock tief.
Blut-Drama in Kaserne! Offizier erschoss Wachsoldat  (20) - in dessen Heimatgemeinde sitzt der Schock tief.
Thomas Lenger/ monatsrevue.at

So wirklich begreifen kann den tödlichen Vorfall am Dreikönigstag in der Flugfeldkaserne in Wiener Neustadt niemand: Weder Polizei, Bundesheer, der Bürgermeister des Heimatortes, Kollegen, Ex-Schulkameraden, noch die Angehörigen des 20-Jährigen können das mutmaßlich, aggressive Verhalten des Maturanten und Wachesoldaten erklären.

Matura erst im Juni

Der 20-Jährige hatte erst im Frühsommer die Vienna International Business School absolviert, galt als unauffällig und guter Sportler - mehr dazu hier. Der Sohn einer Schuldirektorin und eines Unternehmers war im September nach Hörsching eingerückt, absolvierte die Ausbildung zum Wachsoldaten und zum Wachkommandanten mit Erfolg. Seit Mitte Oktober war er als Wachsoldat in der Flugfeld-Kaserne.

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    Blut-Drama in Kaserne! Offizier erschoss Wachsoldat.
    Blut-Drama in Kaserne! Offizier erschoss Wachsoldat.
    Thomas Lenger/ monatsrevue.at

    Im Heimatort des 20-Jährigen ist die Bestürzung über das Ableben des jungen Soldaten jedenfalls groß, eine Erklärung hat indes niemand. Auch für den 54-jährigen Todesschützen, ein Vizeleutnant aus dem Burgenland, ist die Situation derzeit extrem belastend. Er war am Freitag mit einer Platzwunde ins Spital gekommen, dann musste er kurzfristige Mordvorwürfe aus dem Weg schaffen und den Ermittlern seine Notwehrvariante erklären.

    Schussgutachten

    Der Offizier vom Tag soll als Vorgesetzter einen Streit zwischen dem 20-Jährigen und drei Wachekollegen mitbekommen haben und wollte deeskalierend einschreiten. Dabei soll er sofort den Stahllauf des Sturmgewehrs ins Gesicht bekommen haben. In Notwehr soll er dann im wilden Raufhandel seine Dienstwaffe gezogen und abgedrückt haben. Fakt ist: Mindestens drei Schüsse aus der Glock fielen, ein Schuss traf den Wachesoldaten tödlich in die Brust (für den 54-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung).

    Ob noch weitere Schüsse mit der Pistole oder dem Sturmgewehr abgegeben worden sind, soll nun ein Schussgutachten des Bundeskriminalamtes klären. Ein Obduktionsergebnis wird für Montag erwartet, ein erster Bericht der Kommission des Heeres am Sonntag. Nach dem Vorliegen des Schussgutachtens entscheidet die zuständige Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt dann auch über eine mögliche Tatrekonstruktion. 

    Bürgermeister fassungslos

    Bis dato habe es laut Heer keine dienstrechtlichen Konsequenzen für den 54-Jährigen gegeben. Der Bürgermeister des Ortes in der Bucklingen Welt bezeichnete die Ereignisse gegenüber dem "Kurier" als unfassbar, der ganze Ort könne den Vorfall kaum begreifen.

    Die Flugfeldkaserne war erst Ende 2019 Tatort eines grausamen Todesfalles geworden. Zwei Hunde töteten einen 31-jährigen Hundeführer des Jagdkommandos - alles dazu hier