Politik

Österreich braucht hunderte weitere Ärzte

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:38

Die Bundesländer als größte Spitalserhalter reagieren unterschiedlich auf die Reduktion der Arbeitszeit der Spitalsärzte. Derzeit dürfen die Mediziner in Österreich bis zu 72 Stunden pro Woche arbeiten, die EU zieht bei 48 Stunden die Bremse. Die Steiermark, Salzburg und Kärnten melden einen Zusatzbedarf von hunderten Ärzten an, Niederösterreich will ohne weitere Ärzte auskommen.

. Die Steiermark, Salzburg und Kärnten melden einen Zusatzbedarf von hunderten Ärzten an, Niederösterreich will ohne weitere Ärzte auskommen.

In der Steiermark würden bei Aufrechterhaltung des derzeitigen Standards zwischen 470 und 650 Ärzte zusätzlich zu den derzeit 2.500 angestellten benötigt. Die Kosten dafür sollen bei 25 bis 30 Mio. Euro pro Jahr liegen.

Salzburg braucht 100 Ärzte mehr

In Salzburg würden durch die geringere Arbeitszeit zusätzlich rund 100 Stellen benötigt. Die Kosten dafür würden sich auf etwas mehr als sechs Millionen Euro belaufen. Alleine für die Salzburger Landeskliniken würde die Neuregelung der Arbeitszeit 57 Vollzeitstellen und Mehrkosten in der Höhe von rund vier Mio. Euro jährlich bedeuten.

Kärnten benötigt 75 mehr

Kärnten müsste 75 Ärzte mehr einstellen. Das würde geschätzte Mehrkosten von rund vier Millionen Euro im Jahr bedeuten.

Niederösterreich ist schon EU-konform

Niederösterreich glaubt dagegen, ohne zusätzliches Personal auszukommen. In den Landeskliniken wird bereits größtenteils die maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden eingehalten, ein Mehrbedarf an Ärzten ist daher nicht gegeben. Nur ein Drittel der Ärzte verrichtet darüber hinaus ihren Dienst, diese Überstunden sind Teil von Betriebsvereinbarungen und daher gesetzeskonform.

Wien weiß es noch nicht

Noch keine konkrete Ansage will man in Wien treffen. Zuerst sollen inhaltliche Reformen angegangen werden, dann könne man über Zahlen reden, hieß es im Büro von SPÖ-Stadträtin Sonja Wehsely. Bund, Länder und Ärztekammer müssten einen gemeinsamen inhaltlichen Anspruch haben. Die Dienstzeitmodelle der Zukunft müssten flexibel sein. Erst nach den inhaltlichen Festlegungen könnte man über Personal und Budgets sprechen.

Tirol, Oberösterreich, Burgenland, Vorarlberg noch planlos

Tirol kann die Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung ebenfalls noch nicht einschätzen. Man will auch die Ergebnisse der vom Sozialministerium eingesetzten Arbeitsgruppe abwarten. Ähnliche Antworten bekommt man aus Oberösterreich, dem Burgenland und Vorarlberg.

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