So viel kostet ein Menü im Drei-Sterne-Lokal in Wien

Zum ersten Mal hat Österreich eine Michelin-Höchstwertung - dank des deutsch-spanischen Kochs Juan Amador.
Die Verleihung von Michelin-Sternen ist die wichtigste Auszeichnung, die ein Koch bekommen kann. Bislang hatten sich nicht mehr als zwei Sterne am kulinarischen Himmel Österreichs gezeigt, obwohl das Land laut Experteneinschätzung eine Höchstbewertung vom international wichtigsten Restaurant-Guide durchaus verdient hätte. Jetzt ist es so weit: für Österreich und Juan Amador.

"Vielleicht die emotionalste Auszeichnung meiner Karriere"


Juan Amadors Aufstieg begann, als er im Alter von 25 Jahren den ersten Stern erhielt. In seinen beiden deutschen Lokalen folgten noch insgesamt je drei Sterne. Im Jahr 2016 kam er nach Wien. Auf dem Gelände eines ehemaligen Jugendzentrums schuf er aus einem Heurigen in Grinzing sein "Amador".

Er übernahm die Architektur des Wirtshauses, sodass das traditionelle Ambiente erhalten blieb. Bereits ein Jahr später, im Jahr 2017, erhielt er für das Lokal zwei Sterne. "Wien hat auf mich gewartet - und ich auf Wien," heißt es auf der Homepage des ersten Drei-Sterne-Restaurants Österreichs

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Für ein Dinner kann man zwischen 7 und 8 Gängen wählen. Es gibt also nicht viel Raum für Abwandlungen. Günstig ist das kulinarische Vergnügen nicht - man muss mit ca. 170 Euro oder 270 Euro mit Weinbegleitung rechnen - aber es verdient den Ausdruck "legendär". Die Basis bildet die französische Küche, die von spanischen Einflüssen durchzogen wird.

Es steht keine Molekularküche mehr im Fokus wie noch, dem damaligen Trend entsprechend, in seinen früheren deutschen Lokalen. Es gibt nicht nur eine Spezialität des Hauses, sondern mehrere Signature Gerichte. Berühmtheit haben seine Taube mit Purple Curry, Kokos und Mango erreicht, der auf einem schwäbischen Gericht fußende Laubfrosch und das durch Rote Rüben gefärbte Dessert "Brick in the Wall".



Bisher hielt sich Juan Amador eher bedeckt im medialen Raum. Gerade hat er bekanntgegeben, Fotos von Gerichten nicht zeigen zu wollen - nur mehr Eindrücke aus der Küche und dem Gastraum. Um den Abend analog genießen zu können, werden Gäste gebeten, auf ihre Smartphones zu verzichten. Er vergleicht sich dabei mit einem Magier, bei dem man die Tricks auch nicht vorher sehen sollte.



Von 2005 bis 2009 erschien ein Österreich-Michelin. Er wurde aber wegen schwacher Verkaufszahlen eingestellt. Die Verleihung fand im Rahmen des Michelin-Guides "Cities of Europe" statt, wo auch Restaurants aus Wien und Salzburg vertreten waren.

Zwei Sterne haben bereits das Steirereck, das Palais Coburg, Mraz & Sohn und Konstantin Filippou, der im Vorjahr in den Sternenhimmel erhoben wurde. "Die österreichische Gastronomie hat viel zu bieten", zeigt sich Gwendal Poullennec, Geschäftsführer der Guide-Michelin-Agenden, begeistert. (GA)

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