Österreich hat zweithöchsten Asylwerber-Anteil

Bild: Reuters

1,65 Millionen Asylanträge wurden im Jahr 2015 innerhalb der 35 OECD-Mitgliedsstaaten gestellt. Zwar nahmen vom Mai 2015 bis April 2016 Deutschland, die Vereinigten Staaten von Amerika, Schweden, die Türkei und Italien zahlenmäßig die meisten Anträge an, im Vergleich zum Bevölkerungsanteil ist aber Schweden vor Österreich Spitzenreiter. Ein Thema, das den Wiener Migrationsgipfel beschäftigt.

Diese Zahlen gehen aus einem neuen Migrationsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Die Flüchtlingswelle trifft vor allem Europa, hier stellen mehr als 75 Prozent aller Flüchtlinge einen Asylantrag. Bei den absoluten Zahlen liegt Österreich hinter den genannten Ländern auf Platz 6. Großbritannien, Frankreich und die Niederlande sind in beiden Statistiken weit abgeschlagen.

Gestellt wurden demnach in Österreich 90.137 Asylanträge. Ein kontinuierlicher Anstieg seit 2010, damals waren es noch 45.100 Anträge, 2014 74.600. Betrachtet man alle 1,65 Millionen Flüchtlinge, so stammt relativ genau die Hälfte aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Der Frauenanteil geht dabei in der EU und auch in Österreich leicht zurück: 2009 waren es 50 Prozent, 2014 waren es 47 Prozent. In acht der 35 OECD-Ländern flüchteten jedoch mehr Frauen als Männer.

Die Zahlren stehen auch beim Wiener Migrationsgipfel im Mittelpunkt und einmal mehr werden jene Staaten, die vergleichsweise viele Flüchtlinge und Asylwerber aufnehmen, auf verpflichtende Aufnahmequoten für alle Länder pochen. Ein Vorschlag, von dem auch die EU-Kommission nicht abweichen will. Wie er allerdings umgesetzt werden kann, ist weiter offen.

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