Politik

Österreich hilft nach Warnung vor Genozid an Jesiden

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:24

Am Dienstag Vormittag gab das österreichische Außenministerium die Freigabe von einer Million Euro für den umkämpften Nordirak bekannt. Zuvor hatte die UNO wegen der Krise im Irak die dritte und höchste humanitäre Notfall-Stufe ausgerufen. Das sei ein "geplanter Völermord", sagt eine EU-Delegation, die bei einem Hilfseinsatz für die Tausenden in die Berge vertriebenen Jesiden dabei war.

bekannt. Zuvor hatte die UNO wegen der Krise im Irak die dritte und höchste humanitäre Notfall-Stufe ausgerufen. Das sei ein "geplanter Völermord", sagt eine EU-Delegation, die bei einem Hilfseinsatz für die Tausenden in die Berge vertriebenen Jesiden dabei war.

Die Flüchtlingskatastrophe im Nordirak spitzt sich stündlich zu. Immer noch sind zehntausende Jesiden im Sinjar-Gebirge von Kämpfern der Terrorgruppe "Isalmischer Staat" bei sengender Hitze, ohne Wasser und ohne Nahrung eingekesselt.

Tausende Jesiden sind im Irak nach Angaben von UN-Experten "der unmittelbaren Gefahr von Massakern" durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgesetzt. "Es muss dringend alles getan werden, um massenweise Gräueltaten und möglicherweise gar einen Völkermord" an Yeziden (Jesiden) zu verhindern, forderte die UN-Sonderberichterstatterin für Minderheiten, Rita Izsak, am Dienstag in Genf.

Österreich und EU helfen

Österreich hat nun eine Million Euro für humanitäre Hilfe freigegeben, die EU-Kommission weitere fünf Millionen Euro. Damit erhöhe sich die Hilfe aus Brüssel auf 17 Millionen Euro in diesem Jahr, erklärte die EU-Kommission am Dienstag.

Die Entscheidung der EU hänge damit zusammen, dass die UNO wegen der Krise im Irak die dritte und höchste humanitäre Notfall-Stufe ausrufen werde, sagte die zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa in Brüssel. Bisher gilt diese Stufe schon in Syrien, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik.

"Ich bin empört über die schlimme humanitäre Situation, die sich jeden Tag verschlechtert, mit rund 200.000 Menschen, die aus dem Sinjar-Gebirge im Nordirak im August geflohen sind und nun verzweifelt Unterstützung benötigen. Mehr als 40.000 Mitglieder der Yeziden-Gemeinschaft sind noch immer im Sinjar-Gebirge gefangen durch die bewaffneten ISIL-Gruppen."

Das größte Problem für die Hilfsorganisationen im Irak sei nicht die Finanzierung, sondern der fehlende Zugang, sagte Georgiewa. Der Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft sei nur die letzte mögliche Lösung.

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