Österreich in Zahlen: So ticken wir wirklich

Bild: edition a

IMAS-Forscher Paul Eiselsberger hat in seinem neuen Buch "Status Österreich" die Seele des Landes in Zahlen gegossen. Seine Bilanz lesen sie hier.

Immer wieder wird in den Medien, aber auch in der Öffentlichkeit lang und breit über den Gefühlszustand der Österreicher debattiert - mitunter werden die Diskussionen dabei auch lauter. Eine Berufsgruppe, die es eigentlich besser wissen müsste, ist jene der österreichischen Meinungsforscher - immerhin verfügen diese ja über Unmengen an Datenmaterial aus den unterschiedlichsten Studien zur Gefühlswelt der Österreicher.

Paul Eiselsberger vom IMAS-Institut hat jetzt für sein neuestes Buch "Status Österreich –Was das Land denkt, fühlt und was es will" insgesamt 15.000 Interviews geführt und auswerten lassen. Das Ergebnis ist ein Buch, welches mit vielen interessanten Fakten, aber auch großen Widersprüchen aufwartet.

Österreicher wissen selten was sie wirklich wollen

Ein "Kernelement" der österreichischen Gesellschaft ist laut Autor die zunehmend fehlende Orientierung ihrer Bürger. Laut Eiselsbergers Buch ist sich 2018 die Mehrheit der Österreicher nicht mehr sicher, was in den Bereichen Politik, Wirtschaft und auch in anderen Gebiete eigentlich "richtig oder falsch" sei. Interessant sei auch, so Eiselsberger, dass sich diese gesteigerte Unsicherheit durch beinahe alle Lebensbereiche und Alterklassen hindurchziehen würde. Gleichzeitig sehnen sich die Menschen in Österreich zunehmend aber auch nach einer "Entschleunigung".

Österreicher sind so glücklich wie lange nicht mehr....

Dieser Orientierungslosigkeit zum Trotz geht es der Mehrheit der Österreicher laut Eiselsbergers Buch so gut, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Immerhin 41 Prozent der Befragten gaben an mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Das ist der höchste Wert seit der Vergleichsumfrage aus dem Jahr 2006 (44 Prozent).

Besonders wichtig sind den Österreicher in Zeiten des immer schneller voranschreitenden gesellschaftlichen Wandels übrigens klassische "Leuchttürme" wie Freunde oder die Familie. Diese traditionellen Konzepte würden parallel zur voranschreitenden Globalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnen, so Eiselsberger.

.....aber auch zunehmend politikverdrossen

Wenig angetan hingegen seien die Österreicher von der Politik. Beinahe die Hälfte aller Befragten (45%) gaben an, mit keiner Partei des österreichischen Parteienspektrums komplett einverstanden zu sein. Der IMAS-Forscher sieht die Gründe für die zunehmende Distanz zwischen Wählern und Politik auch in der schwachen Themensetzung durch Letztere begründet.

Den Parteien würde es zunehmend weniger gelingen, jene Themen anzusprechen, welche die Wähler auch tatsächlich bewegen würden, so Eiselsberger abschließend. (red)

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