Politik

So mies behandeln wir ausländische Fachkräfte

In Österreich fühlen sich ausländische Fachkräfte nicht wohl: Die Expats leiden unter der wenig gastfreundlichen Bevölkerung, ergab eine Studie.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:19

Der „Expat Insider 2017"-Studie zufolge ist Österreich das zweitschlechteste Zielland weltweit für Expats, um sich fern der Heimat einzuleben und an das neue Umfeld zu gewöhnen; nur Dänemark unterbietet dieses Ergebnis noch. Zudem schafft es Österreich auch in puncto Freundlichkeit bloß auf Platz 64 von 65 – nur in Kuwait ist der Empfang noch weniger herzlich.

Sprachbarriere

In Österreich fällt es lediglich einer Minderheit der Teilnehmer (25%) leicht, unter den Einheimischen Freunde zu finden, während 42 Prozent der Expats rund um den Globus damit keine Probleme haben. Die Sprachbarriere scheint dabei ein großes Hindernis zu sein: Fast sieben von zehn Befragten in Österreich (68%) finden es schwierig, Deutsch zu lernen.

Trotz der sprachlichen Anpassungsversuche fühlen sich Expats in Österreich nur bedingt wie zuhause: Nicht weniger als sechs von zehn Befragten haben sich schon einmal wegen ihrer Sprache oder ihres Akzentes in Österreich nicht willkommen oder fehl am Platz gefühlt.

Vorteile überwiegen die Nachteile

Viele wollen trotz der genannten Nachteile in Österreich bleiben: Das österreichische Gesundheitswesen und Bildungssystem genießen einen hervorragenden Ruf. Das Land gilt auch als sicher, familienfreundlich und politisch stabil.

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Bahrain gewinnt

Als überraschender Gewinner klettert Bahrain in der Studie vom 19. Platz bis zur Nummer eins. Dank seiner freundlichen Bevölkerung macht es der Golfstaat Expats leicht, sich wie zuhause zu fühlen: Fast neun von zehn Befragten (86%) bewerten die Einstellung der Bahrainer ihren ausländischen Nachbarn gegenüber positiv. Außerdem sind 73 Prozent der Expats in Bahrain mit ihrer Arbeit zufrieden, während der weltweite Durchschnitt 64 Prozent beträgt.

Die Auslands-Österreicher

Im Ausland lebende Österreicher sind häufig Expats mit überdurchschnittlichem Bildungsniveau, die schon mehrere internationale Umzüge hinter sich haben, wie die "Expat Insider 2017"-Studie verrät. Mit fast 13.000 Teilnehmern, die im Ausland leben und arbeiten, ist sie eine der umfassendsten Umfragen unter Expatriates. Sie wird jedes Jahr von InterNations, dem größten Expat-Netzwerk weltweit, durchgeführt.

Die Studie enthält die Rangliste von 65 Zielländern, welche die Bewertung diverser Faktoren — zum Beispiel Lebensqualität, Arbeitswelt und Eingewöhnung im Gastland — mit einbezieht. Während Österreich lediglich auf einem leicht überdurchschnittlichen 28. Platz landet, sind die Top 10 der beliebtesten Destinationen für Expats 2017 Bahrain, Costa Rica, Mexiko, Taiwan, Portugal, Neuseeland, Malta, Kolumbien, Singapur und Spanien.

Mit mehr als 2,8 Millionen Mitgliedern in 390 Städten weltweit ist das Münchner Unternehmen InterNations das weltweit größte soziale Netzwerk und Informationsportal für alle, die im Ausland leben und arbeiten. (GP)