Österreich ist nicht mehr Top-Zielland für Schlepper

Ein verhafteter Schlepper.
Ein verhafteter Schlepper.Bild: picturedesk.com
Die Zahl der illegal eingereisten Menschen sank um 23 Prozent, die Zahl der aufgegriffenen Schlepper-Opfer sogar um 68 Prozent.
Die Aufgriffe von rechtswidrig eingereisten Personen sowie von geschleppten Menschen ist auch im Jahr 2018 rückläufig, meldete das Bundeskriminalamt am Freitag.

Im vergangenen Jahr wurden 21.236 illegal eingereiste Personen aufgriffen, das entspricht einem Rückgang von 23,5 Prozent gegenüber 2017, heißt es im „Schlepperbericht 2018" des österreichischen Kriminalamtes.

Die Zahl der festgenommenen Menschenschmuggler ist von 222 (2017) um eine Person auf 223 (2018) gestiegen. Hingegen ist die Zahl der Geschleppten von 8.994 (2017) auf 2.843 (2018) gesunken, was einem Minus von 68,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

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"Österreich kein Top-Fünf-Zielland"



Gerald Tatzgern, Chef der Schlepperjäger.
Gerald Tatzgern, Chef der Schlepperjäger.


Der Rückgang erkläre sich dadurch, dass die Schlepper auf andere Routen zurückgriffen und Österreich mieden, sagte Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels im BK, im Gespräch mit der APA. „Außerdem ergaben Befragungen von Geschleppten, dass sich Österreich nicht mehr unter den Top-Fünf-Zielländern befand."

Zum Teil sind „sehr gefährliche Schleppungen" entdeckt worden, bei denen die Migranten in Containern und Lkws versteckt waren. "Unkontrollierte, illegale Migration stellt sowohl Österreich als auch für die weiteren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor große Herausforderungen und birgt gerade auch für Geschleppte große Gefahren. Es ist daher im nationalen und europaweiten Interesse, nur geregelte Migration nach Europa zu erlauben," sagt Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, General Franz Lang.

Drei Schlepperrouten





Laut Bericht waren 2018 für Österreich drei Schlepperrouten wichtig: Die östliche Mittelmeerroute bzw. westliche Balkanroute führt von Pakistan und Afghanistan durch den Iran in die Türkei und weiter über Bulgarien oder Griechenland Richtung West-, Zentral- und Nordeuropa. Geschleppt werden hier überwiegend syrische, afghanische und pakistanische Migranten.

Die zweite Route, die westliche Mittelmeerroute, hat ihren Ausgangspunkt in Marokko, wobei die Flüchtlinge hier versuchen über den Seeweg nach Spanien zu gelangen.

Die dritte Route, die zentrale Mittelmeerroute, hat ihren Ursprung in den Staaten Nordafrikas, insbesondere Lybien und führt ebenfalls über den Seeweg. Hauptsächlich handelt es sich um Personen aus Nigeria, Marokko, Gambia, Algerien und Somalia.

Migration wird weitergehen





Die Auseinandersetzungen in Afghanistan würden weiter fortbestehen, heißt es in dem Bericht. Das habe zur Folge, dass die Migrationswelle aus Afghanistan weiter anhalten werde. Auch aufgrund Spaniens Migrationspolitik sei zu vermuten, dass der Migrationsfluss aus Marokko nach Europa weiter andauern werde, folgert der Bericht.

(red)

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