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Österreicher sagten 2012 öfter "Ja"

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:06

Herr und Frau Österreicher trauen sich wieder öfter: Im Vorjahr wurden 38.592 standesamtliche Eheschließungen vorgenommen, das sind 5,9 Prozent mehr als 2011. Und die Paare bleiben nun auch eher zusammen. Zwar gingen 17.006 Partnerschaften in die Brüche, das sind aber um 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor.

Dadurch lag auch die Gesamtscheidungsrate, also die Wahrscheinlichkeit, dass eine jetzt geschlossene Ehe vorzeitig endet, mit 42,51 Prozent etwas unter dem Niveau von 2011 (43,02 Prozent). Zwischen den Bundesländern gibt es dabei aber zum Teil deutliche Unterschiede. Im Westen und Nordwesten wurden 2012 zwischen 10,2 (in Tirol) und 8,1 Prozent (Vorarlberg) mehr Ehen geschlossen als 2011.

Wien Schlusslicht bei Ehenzuwachs

In Kärnten, der Steiermark und Salzburg wurde bei den Heiraten ein Plus von 6,8 (Kärnten) bis 5 Prozent (Salzburg) verzeichnet. Das Schlusslicht bildet der Osten Österreich: Im Burgenland gaben sich 0,9 Prozent mehr Paare als im Vorjahr das Ja-Wort, in Wien waren es nur 0,4 Prozent mehr.

Die Anstiege bei den Eheschließungen im Bundesländer-Ranking:

Tirol, mit einem Plus von 10,2 Prozent
Niederösterreich, mit einem Plus von 8,8 Prozent
Oberösterreich, mit einem Plus von 8,5 Prozent
Vorarlberg, mit einem Plus von 8,1 Prozent
Kärnten, mit einem Plus von 6,8 Prozent
Steiermark, mit einem Plus von 6,2 Prozent
Salzburg, mit einem Plus von 5 Prozent
Burgenland, mit einem Plus von 0,9 Prozent
Wien, mit einem Plus von 0,4 Prozent


Durchschnittliches Heiratsalter steigt

Bevor man sich zu diesem großen Schritt durchringt, wird immer länger geprüft und ausprobiert: Das mittlere Erstheiratsalter der Männer beträgt mittlerweile 32,2 Jahre, jenes der Frauen 29,8. Innerhalb eines Jahres ist es damit um jeweils etwa drei Monate gestiegen. Von der nachträglichen Eheschließung ihrer Eltern waren 2012 insgesamt 15.435 Sprösslinge betroffen. Die durchschnittliche Kinderzahl pro geschlossener Ehe mit Nachwuchs lag bei 1,40. Am höchsten ist dieser Wert in Kärnten (1,46), am niedrigsten im Burgenland (1,31).

Auch wenn es sich im Zuge einer Trennung vortrefflich streiten lässt, 87,4 Prozent (2011: 86,1 Prozent) der 14.870 Scheidungen erfolgten in beiderseitigem Einvernehmen. Bei den insgesamt 2.136 strittig beziehungsweise nach ausländischem Recht geschiedenen Ehen war zu 50,3 Prozent der Mann Träger des Verschuldens oder Grundes, zu 8,8 Prozent die Frau sowie beim Rest beide oder keiner.

Höchste Scheidungsrate in Wien

Am höchsten ist die Gesamtscheidungsrate in Wien mit 49,7 Prozent, in Tirol mit 36,3 Prozent ist sie am niedrigsten. Und auch mit dem eigenen Geschlecht läuft nicht immer alles konfliktfrei ab: 2012 wurden 26 eingetragene Partnerschaften gerichtlich aufgelöst. 37 Prozent der geschiedenen Ehen blieben kinderlos. Bei einem Viertel gab es ein Kind, 28 Prozent hatten zwei und ein knappes Zehntel drei oder mehr Kinder. Von den Trennungen ihrer Eltern waren 2012 insgesamt 19.334 Buben und Mädchen betroffen, davon 13.278 Minderjährige.

Das älteste Ehepaar war ein 85-Jähriger, der mit einer 91-Jährigen den Bund fürs Leben schloss. Den größten Altersunterschied gab es zwischen einem 71-jährigen Bräutigam und seiner 22-jährigen Frau. Aber auch eine 62-Jährige heiratete einen 24-Jährigen. Bei zwei Trauungen hatten Bräutigam und Braut zusammen bereits 13 Eheschließungen hinter sich.

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