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Österreichs Jugend fordert Gratis-Verhütung

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:14

Österreichs Jugendliche wurden von der Bundesjugendvertretung zum Thema Verhütung, Sexualität und Aufklärung befragt. Zwei Drittel fordern billigere Verhütungsmittel, 42 Prozent wünschen sich mehr Workshops und Informationen in der Schule.

Die BJV holte die Meinung der Jugendlichen in Form der Postkarten-Aktion "KLRSEX" ein. Ziel war, die Wünsche und Bedürfnisse der Jugend auf den Punkt zu bringen. Die Ergebnisse der Befragung von 1.210 jungen Menschen wurde am Mittwoch im Parlament präsentiert und den Bundeministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Sophie Karmasin übergeben.
Zunächst wurde der Stellenwert von drei Themen erhoben. Billige Verhütungsmittel standen für Jugendlichen an erster Stelle (64 Prozent), danach der Wunsch nach mehr Aufklärung in der Schule und 23 Prozent sprachen sich für mehr Beratung in der Nähe aus.

"Viele Jugendliche können sich Pille nicht leisten"

Die Befragten konnten auch aus eigenem Antrieb Forderungen und Statements abgeben. Auch hier wurden Gratis-Verhütungsmittel und der anonyme Zugang zu diesen gefordert. "Für uns ist dieser Wunsch nachvollziehbar. Viele Jugendliche können sich zum Beispiel die Pille nicht leisten", erklärte die BJV-Vorsitzende Laura Schoch. "Finanzielle Hürden dürfen kein Grund sein, dass Jugendliche nicht verhüten! Es muss die Möglichkeit geschaffen werden, jungen Menschen Verhütungsmittel kostenfrei zur Verfügung zu stellen."

In Sachen Sexualpädagogik wollen die Jugendlichen mehr über Homo-, Bi- und Transsexualität wissen. Das wollen sie nicht unbedingt von den eigenen Lehrern, sondern von externen Experten erfahren. "Bis jetzt kommt das Thema Sexualität in der Schule nur unzureichend vor, meist nur in Fächern wie Biologie oder Religion, was sehr einseitig ist. Hier gibt es ganz klar Aufholbedarf", betonte Schoch. Junge Frauen sind laut Umfrge unglücklich darüber, oft nicht zu Frauenärztinnen gehen zu können, was auf einen Mangel an weiblichem Fachpersonal hindeutet.

Jugendliche wünschen sich Coaching für Eltern

Dass Eltern mit dem Thema oft überfordert sind, wissen Jugendliche aus eigener Erfahrung. Darum haben sie auch in der Umfrage angegeben, es brauche Informationen bzw. Coachings für Eltern, wie sie mit ihren Kindern am besten über das Thema sprechen können. "Wie wir auch aus unserem KLRSEX-Elternabend wissen, wünschen sich Eltern mehr Kompetenzen. Das Thema Sexualität im Zusammenhang mit Jugendlichen löst immer wieder Angst und Unsicherheiten aus. Das muss sich endlich ändern. Es ist höchste Zeit, dass Sexualität kein Tabu mehr ist, sondern als ein Lebensbereich wie andere behandelt wird", betonte Schoch.

Forderungen an drei Ministerinnen

"Wir fordern die zuständigen Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek, Sophie Karmasin und Sabine Oberhauser auf, diese Ergebnisse als Auftrag zu sehen und auf ihre Agenda zu setzen. Das gemeinsame Ziel muss sein, junge Menschen in ihrem Körper, Wohlbefinden und im Umgang mit ihrer Sexualität zu stärken", sagte Schoch abschließend.

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