Noch nicht einmal offiziell in der Politik gelandet, lernt ÖBB-Chef Christian Kern schon die harten Bandagen kennen. Aus der ÖVP hagelte es Kritik an seinem Führungsstil, er sei ein "sehr teurer Manager" gewesen.
Noch nicht einmal offiziell in der Politik gelandet, lernt hagelte es Kritik an seinem Führungsstil, er sei ein "sehr teurer Manager" gewesen.
Im "Ö1"-Morgenjournal nannte ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka am Mittwoch die möglichen Bedingungen, unter denen eine Zusammenarbeit mit der SPÖ vorstellbar wären. Mir einem neuen Konflikt habe das nichts zu tun, viel mehr sei das "politische Kultur", wie betont wurde. Zu den wichtigsten Forderungen der ÖVP würden neben der Flüchtlingsfrage auch der Wirtschaftsstandort und das Sozialsystem zählen. Die Neuaufteilung der Ministerien stünde nicht zur Debatte, so Lopatka.
Kern wird indes schon vorab kritisiert. "Man muss sich nur die Fakten ansehen. Als Kern 2010 ÖBB-Chef geworden ist, hat er einen Zuschuss von 3,7 Milliarden Euro gehabt, mittlerweile sind es über 5 Milliarden Euro. Er hat die Arbeitszeit verkürzt und höhere Gehaltsabschlüsse gemacht als im öffentlichen Dienst. Wenn man einen Privatbetrieb stärken will, macht man eigentlich das Gegenteil."
Verkehrsexperte realtiviert Angaben zu ÖBB-Ausgaben
Ein Verkehrsexperte widersprach dem am Donnerstag. Kern habe es geschafft, die Pensionskosten zu senken - und nicht zu erhöhen, wie von Lopatka behauptet. Die Kosten für den Bahnausbau beruhten auf dem ÖBB-Rahmenplan, der von der ÖVP mitbeschlossen wurde, so der Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der Wirtschaftsuniversität Wien im Ö1-Morgenjournal. "Die Entscheidung für die Infrastruktur-Baumaßnahmen - das ist ja bekannt, das ist im Wesentlichen der Brenner und die Koralmbahn, sowie der Semmering-Basistunnel - die sind vor Jahren gefällt worden. Wir haben ja 2006 intensive Diskussionen darüber geführt. Das war lange Zeit vor Herrn Kern und Herr Kern versucht das jetzt so effizient wie es geht zu managen", erklärte Kummer.
In den rund 5 Mrd. Euro Zuschussbedarf der ÖBB seien also gut 2 Mrd. Euro an Pensionszahlungen erhalten. Der eigentliche Zuschussbedarf lag bei 2,7 Mrd. Euro und nicht bei 5 Mrd. Euro, sagte Kummer.
Androsch: "Beim Zähneputzen unterggegangen"
Lopatkas Angriffe stören aber sogar seine steirischen Parteifreunde: "Hört endlich auf, öffentlich zu streiten – arbeiten für das Land ist angesagt. Wir haben keine Freude mit solchen Streitereien", sagte VP-Landesgeschäftsführer Detlev Eisl-Eiselsberg zum "Standard".
Ex-Vizekanzler Androsch kommentierte den Lopatka- Sager lakonisch: "Das ist mir beim Zähneputzen heute Früh untergegangen."