Im vergangenen Monat war das Wasser in den Ozeanen so warm wie noch nie in einem Juni. Laut dem EU-Beobachtungsprogramm Copernicus Marine Service lag die Durchschnittstemperatur an der Oberfläche der Weltmeere bei 20,98 Grad. Damit wurde sogar der bisherige Rekord aus dem Juni 2024 übertroffen, damals waren es 20,89 Grad.
Als Ursache sehen die Forscher das Zusammenspiel der menschengemachten Klimaerwärmung mit dem Klimaphänomen El Niño. Dieses tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und beginnt mit einer Abschwächung der Passatwinde im tropischen Pazifik. Die bisher letzte El-Niño-Phase wurde in den Jahren 2023 und 2024 registriert.
Copernicus-Direktor Carlo Buontempo rechnet damit, dass in den kommenden Monaten weitere Temperaturrekorde folgen könnten. Die außergewöhnlich warmen Meere dürften Wetter und Klima weltweit beeinflussen. Auch für die Ökosysteme der Ozeane werden spürbare Folgen erwartet.
Die Weltmeere spielen eine Schlüsselrolle im Klimasystem. Sie nehmen den größten Teil der zusätzlichen Wärme auf, die durch die Erderwärmung entsteht. Steigende Wassertemperaturen können deshalb weitreichende Auswirkungen auf Wetterextreme, Meereslebewesen und Küstenregionen haben.