Die Hitzewelle hat West- und Mitteleuropa weiterhin fest im Griff. Am Mittwoch erlebten 94 Millionen Menschen in Europa tagsüber Temperaturen von über 35 Grad - die meisten von ihnen in Spanien und Frankreich.
Mehrere Länder, darunter Spanien und Großbritannien, verzeichneten diese Woche die heißesten Juni-Tage seit Jahrzehnten oder aller Zeiten. Frankreich hatte am Dienstag mit einem Durchschnittswert von 29,8 Grad seinen heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, sollen die Temperaturen in den kommenden Tagen weiter ansteigen. Im Westen und Südwesten Deutschlands werden ab Donnerstag und Freitag örtlich bis zu 41 Grad erwartet. Damit könnte auch der bisherige Juni-Temperaturrekord übertroffen werden.
Auch Österreich, Ungarn und Kroatien bereiteten sich auf die von West nach Ost rollende Hitzewelle vor. In allen Landeshauptstädten werden am Samstag und Sonntag über 35 Grad erwartet, in Wien sogar bis zu 39 Grad. Die Geosphere Austria hat für den Nordosten inklusive Wels, Linz, Graz, Klagenfurt und Villach die höchste Warnstufe Rot ausgerufen.
In Frankreich gilt für etwa drei Viertel der Bevölkerung am Donnerstag die höchste Hitze-Alarmstufe. Die Zahl der Menschen, die den ärztlichen Notdienst aufsuchen, hat sich verdreifacht. Viele Patienten hätten einen Hitzeschlag erlitten, unter ihnen auch viele junge Menschen.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mahnte eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz: "Die Hitzewelle in Europa führt zu Schulschließungen und gefährdet die Gesundheit der Menschen." Die Temperaturen in Europa würden doppelt so schnell steigen wie im globalen Vergleich.
In Spanien lag die landesweite Durchschnittstemperatur am Dienstag bei 28,17 Grad - der höchste Wert seit Beginn der Messungen 1950. In der Bretagne waren am Mittwoch rund 68.000 Haushalte wegen eines überhitzten Transformators ohne Strom. Auch der britische Netzbetreiber warnte vor Stromausfällen wegen hitzebedingter Überlastung.
Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, erklärte, die gegenwärtige Hitzewelle falle heftiger aus als in manchen wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt. "Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben", warnte er.